Inhalt:

 

1. Vorbemerkungen


2. Woher kommt die Bezeichnung „Spielleute, Spielmann, Spielmannszug“?


3. Die Gründung des SZ und die Zeit, in der sie stattfand

4. Der Spielmannszug bis zum Jahre 1914


5. Das Organisationsleben des Spielmannszuges in der Zeit der „Weimarer Republik“ von 1919 bis 1933

6. Der SZ-TJA während der Zeit der faschistischen Diktatur 1933-1945


7. Namenssammlung von Spielleuten des TJA 1884-1945

8. Die Finanzen des SZ des TJA

9. Der Neubeginn und der Aufbau eines Spielmannszuges in der demokratischen         Sportbewegung Apoldas 1946-1955

10. Chronik des Spielmannszuges in der BSG Einheit Apolda 1956-1961

11. Chronik des Spielmannszuges in der BSG Chemie Apolda 1961 bis 1966

12. Chronik des Spielmannszuges in der TSG-Chemie Apolda 1966 bis 1975


13. Chronik des Spielmannszuges in der TSG Apolda

14. Namenssammlung der Spielleute des SZ der TSG Apolda

15. Bilddokumente des Spielmannszuges

 

1. Vorbemerkungen des Verfassers


Aufzeichnungen zur Geschichte des Apoldaer Spielmannszuges

 

„Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt hat, müssen wir erforschen, wenn wir zu wissen wünschen, was jener will.“

                                                                                  Heinrich Heine

 

Wenn wir die Geschichte der Apoldaer Spielmannszüge (SZ) zurückverfolgen, sind für uns die Spielmannszüge der „Freien Turnerschaft Apolda 1892 e.V.“ (FTA) und der Turnverein „Jahnbund Apolda 1874 e.V.“ (TJA) von Interesse. Der SZ der „Freien Turnerschaft Apolda“, weil dieser die revolutionären Traditionen und der SZ des Turnverein Jahnbund Apolda, weil er das bürgerlich-demokratische und humanistische Erbe der Apoldaer Spielleute verkörpert. Der SZ der TJA auch deshalb, weil dieser der erste SZ im Raum Apolda war, der bereits im Jahre 1884 von Arbeitern der Apoldaer Fabriken gegründet wurde. Aus den SZ-TJA geht auch in direkter Generationsfolge der heutige Spielmannszug der TSG Apolda hervor. Der Geschichte dieser beiden SZ ist eng mit der Geschichte der Apoldaer Arbeiterbewegung verknüpft. In den Veröffentlichungen zur Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung wird jedoch kaum etwas über die Arbeit in den Sportorganisationen ausgesagt. Die Gründe liegen in der Schwierigkeit, zu diesem Thema Quellenmaterial aufzufinden. So besitzen wir die Kenntnisse über den Spielmannszug der „Freien Turnerschaft Apolda“ nur aus mündlichen Aussagen von Spielleuten des ehem. TJA. Diese können darüber berichten, weil dieser Zug im Jahre 1894 mit Unterstützung der Spielleute des TJA aufgebaut wurde, und nach der faschistischen Machtübernahme der Leiter des SZ der FTA und weitere 7 Spielleute dieses Zuges bei den Spielleuten des TJA Aufnahme fanden. Von den Sachzeugen dieses Zuges besitzen wir nur noch das Notenbuch des SZ der FTA und Instrumente.

Alle Unterlagen, die Aussagen über die Freie Turnerschaft Apolda beinhalten, wurden durch die Faschisten vernichtet. Ein weiterer Teil von Zeitdokumenten, die den SZ der FTA betreffen und in Privatbesitz waren, sind durch die Haushaltsauflösungen nach Sterbefällen usw. verloren gegangen. Es ist offensichtlich in den Jahren bis ca. 1960 versäumt worden, die damals noch lebenden Mitglieder der Freien Turnerschaft Apolda zu ihrem Spielmannszug zu befragen und Aufzeichnungen zu machen. Von den SZ-FTA konnte bis jetzt auch kein Bild gefunden werden.

 

Auch die Nachforschungen zur Geschichte des SZ der TJA erwiesen sich als schwierig. Auch hier sind nur noch wenige Zeitdokumente und Quellenmaterial vorhanden, die aber ausreichen, ein Bild über den Charakter dieses SZ zu entwickeln. Auch war es erforderlich, den Verein, dem der Spielmannszug angeschlossen war (soweit das noch ermöglicht werden konnte), in die Nachforschungen einzubeziehen, um Verhaltensweisen und Haltungen der Mitglieder und Entscheidungen ihrer jeweiligen Vorstände besser verstehen zu können. So können wir z.B. feststellen, dass sich im gleichen Maße, wie sich in Apolda die SPD zu einer reformistischen Partei entwickelt, das sofort in den von der SPD geleiteten bzw. beeinflussten Sportorganisationen sichtbar wird.

 

Die Aufzeichnungen, die den SZ des TJA betreffen, fallen deshalb verhältnismäßig umfangreich aus, da wir z.Z. noch in der glücklichen Lage sind, Aussagen von Spielleuten und Mitgliedern des ehem. TJA aufzuzeichnen, die einen großen Teil der Geschichte des TJA selbst miterlebt haben bzw. Zeitdokumente zur Verfügung gestellt haben. Dafür danken wir besonders:

 

            Sportfrd. Rudolf Bierögel, Rentner,

            der mit 76 Jahren noch aktiv im SZ der TSG Apolda tätig ist.

 

            Sportfreund Paul Lange, Rentner (88 Jahre)

            langjähriger Leiter des SZ d. TJA und erster Leiter des SZ der BSG-Einheit Apolda

 

            Herrn Otto Rechenbach, Rentner

            ehem. Splm. im SZ TJA

 

            Herrn Erich Siebenhüner, Rentner

            ehem. Turner im TJA

 

            Herrn Erich Jäger, Rentner

            Mitgl. Im TJA

 

sowie der Fam. Horst Siebenhüner, die viele Hinweise zur Geschichte des TJA und der Turngeschichte geben konnten.

 

 

So verfügen wir über folgendes Quellenmaterial:

 

- Kassenbuch des Spielmannszuges, das 1911 begonnen wurde
- Festschrift zum 50jährigen Vereinsjubiläum des Turnverein Jahnbund Apolda von 1924 mit einer       Chronik bis zum Jahr 1924

- Grundgesetz des Turnverein Jahnbund e.V.

   Gültig ab 12.Juli 1928
- Bilddokumente von 1899, 1913 und ab 1924

   eine reiche Auswahl aus dem Nachlass von Splm. Willy Bastian

 

 

Zu Vergleichen und Aussagen, die die allgemeine Lage betreffen, wurde folgende Literatur herangezogen:

 

- Geschichte der Deutschen Arbeiterbewegung
- Dokumentation zur Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung in der Stadt und Kreis Apolda Teil    I u. II

- Geschichte der Körperkultur in Deutschland
- Bilder und Dokumente aus der Deutschen Turn- und Sportgeschichte
- GST-Zeitung „Sport und Technik“ 11/1982
- Das Leitbild in der Traditionenpflege, FSU-Jena 1982


 

Mögen die nachfolgenden Aufzeichnungen mit dazu beitragen, dass die jungen und künftigen Spielleute unseres Zuges ihre Kenntnisse um diesen Teil, der Geschichte ihrer Heimatstadt erweitern können, dass sie erkennen, welchen schweren Weg die Apoldaer Arbeiterklasse, zu deren Bestandteil auch die Spielleute gehören, gehen mussten, um erst in unserem Staat zur vollen Entfaltung ihrer kulturellen und schöpferischen Kräfte zu gelangen.

 

 

                                                                                                                                 Hartwig Bastian

2. Woher kommt die Bezeichnung „Spielleute, Spielmann, Spielmannszug?

Die erste Erwähnung der Bezeichnung Spielleute findet man bereits im Mittelalter. Unter diese Bezeichnung fallen Trommler, Pfeifer der mittelalterlichen Feldmusik. Das Blasen auf Blechblasinstrumenten blieb dem Adel bzw. Dienstadel vorbehalten. Die Letzteren hatten unter den Musikern des Mittelalters eine gehobene Stellung und wurden auch mit heraldischen Aufgaben betraut. Sie bliesen die Erkennungssignale der einzelnen Rittergeschlechter und übernahmen den Signal- und Nachrichtendienst. Ihr Hauptinstrument war die Heraldstrompete, die heutige Fanfare in ES. Zu Festlichkeiten, Turnieren und im Felddienst wurden an den Instrumenten Standarten befestigt, die die Wappenbilder der Rittergeschlechter zeigten. Diese Gepflogenheit hat sich bis heute in der Form der Fanfarenflaggen erhalten. Dieser Musikdienst wurde nur durch Beköstigung bezahlt. Der eigentliche Broterwerb war das  unterhaltende Spielmannsepos und die Spruchdichtung. Diese wurden gegen Entgelt an den Höfen vorgetragen. Die Spielleute wirkten auch als Begleiter von Minnesängern.

Mit dem Untergang des Rittertums brotlos geworden, wandelte sich auch die Bedeutung der Spielleute. Aus den Spielleuten wurde das fahrende Volk der Musiker, Tänzer und Gaukler, die sich zunftartig zusammenschlossen. In den aufblühenden Städten erhielten diese Zünfte eigene Rechte, das Pfeiferrecht.

Mit dem Aufkommen der Söldnerheere veränderte sich auch das Wesen der Spielleute. Landsknechtfähnlein (ca. 500) nahmen 20 Trommler und 20 Pfeifer in Sold. Die Reiterregimenter unterhielten Pauker und Trompeter zu Pferde.

Die weitere Entwicklung der Militärtechnik brachte eine Veränderung im Militärwesen . Aus dem Söldnerheer entstanden die stehenden Heere des 17. Jahrhunderts. Hier kam es auch zur weiteren Ausformung des Militärmusikwesens. Beim Brandenburg-Preußischen Heer gingen Trommler und Pfeifer den Fußtruppen voraus. Es gab jetzt feststehende Trommelsignale: Vergatterung, Trupp, Zapfenschlag, Kirchparade, Totenmarsch, Feldmarsch und Quartiermarsch. Unter der Begleitung von Trommeln und Pfeifen wurde beim Preußischen Regiment des Fürsten Leopold von Dessau 1725 des erste Mal im Gleichschritt marschiert. Bei der Reiterei blieb es bei Trompetern und Kesselpaukern. Auch hier entwickelte sich ein Signaldienst. In der Folgezeit entstand in der preußischen Armee der Spielmannszug der heutigen Prägung. Jedes  Infanterieregiment hatte jetzt einen Spielmannszug, der von einem Stabstambeur geführt wurde. Beim Exerzieren wurden die Spielleute auf die Kompanien aufgeteilt. Hier spielten in der Regel  3 Tambeure und 2 Pfeifer. Die Pfeifer wurden später an Militärhörnern ausgebildet. Damit entstand ein einheitlicher Signaldienst in der Armee, der noch im 2. Weltkrieg  Anwendung fand.


In die Turnerei kamen die Spielleute durch den Befreiungskrieg 1813-1815. Die waffenfähigen Turner gehörten zu den ersten Freiwilligen und waren unter Jahn im 3. Bataillon des „Lützower Freikorps“ zusammengefasst. Auch hier gab es einen Spielmannszug und Hornisten in den einzelnen Einheiten, die den Signaldienst sicherstellten. In der Folgezeit waren die Turner an allen fortschrittlichen bewaffneten Ereignissen beteiligt. So das Hanauer Turnerbataillon unter dem Turnwart August Schärttner in der Revolution 1848/49. In den Kämpfen um die Freiheit Schleswig-Holsteins eine Turnerkompanie unter Robert Henne, bei den Barrikadenkämpfen in Dresden und nicht zuletzt waren die Turner die besten Soldaten der Rheinpfälzischen-Badischen Volksarmee. Die Fortsetzung dieser Traditionslinie auf militärischem Gebiet bildet der Spielmannszug des Wachregimentes der NVA.

Erst bei Turnfesten und Turnfahrten wirkten die Spielleute zu nicht militärischen Zwecken, nämlich zur Gestaltung des Festumzuges der Turner. In der Folgezeit verbreitete sich das Spielmannswesen in der ganzen Turnerschaft. In der Regel gewann man ehemalige Militärspielleute zum Aufbau der Turnerzüge. Diese wurden zum Stabführer ernannt und bildeten aktive Turnerburschen im Musikdienst aus. Notenkenntnisse waren selten vorhanden, so wurden die Musikstücke und Übungen wie beim preußischen Militär regelrecht eingedrillt. Das ist in der Hauptsache auch der Grund, dass vorwiegend Militärmärsche in den Turnerzügen gespielt wurden. Dieses Repertoire wurde meistens von Generation zu Generation weitergegeben. Das war auch bei unserem Zug so. Einige Märsche sind bis in die heutige Zeit überliefert worden. Das trifft z.B. für die Fanfarenmärsche, Jahnklänge und Posthornklänge zu. Diese Märsche wurden von Paul Lange 1920 zusammengestellt. Sie wurden ohne Noten bis in unsere Zeit überliefert, also von einer Generation zur anderen weitergegeben. Diese Märsche wurden von unseren SZ anlässlich einer Kirmesveranstaltung in Mühlhausen gespielt. Erst danach wurden für diese Märsche vom Spielmannszug Union Mühlhausen die Noten geschrieben.

3. Die Gründung des SZ und die Zeit, in der sie stattfand

Mit der Verabschiedung des Gesetzes „Gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ am 19. Okt. 1878 im Reichstag, verschaffte sich Otto v. Bismarck ein „legales Mittel“ die Vergrößerung der politischen Machtausübung durch die Großbourgeosie herbeizuführen. Konkret bedeutete das nichts anderes, als den Abbau des Einflusses der antiimperialistischen und antimilitaristischen Kräfte und vor allem der Sozialdemokratie. Mit der Verabschiedung des Gesetzes war das Verbot aller Organisationen und Gewerkschaften mit soz. Zielen und entsprechender Öffentlichkeitsarbeit erreicht und blieb bis zum Sturz Bismarcks in Kraft.

Im Hinblick auf die bevorstehenden Reichstagswahlen forderte der illegale Parteikongress der SPD, im August 1880 auf Schloss Wyden in der Schweiz abgehalten, „die allgemeinste und energischste Tätigkeit von allen Parteimitgliedern und die feste Organisierung in jeder geeigneten Weise“.

In dem Zeitraum von 1881 – 1884 war in den meisten Industriezentren der Aufbau dieser geheimen Organisationen abgeschlossen. Daneben wurden legale Organisationen wie Hilfs- und Unterstützungskassen, Sport-, Rauch- und Vergnügungsvereine für die illegale Arbeit und die Agitation unter den Massen ausgenutzt. Oft wurden durch die verfolgten Sozialisten selbst solche Vereine bzw. Riegen oder Sektionen gegründet.

Diese allgemeine Lage trifft auch voll auf die Stadt Apolda zu und bildet die politische Kulisse zum Zeitpunkt der Gründung unseres Spielmannszuges.

Günstige Voraussetzungen für die illegale Arbeit der verfolgten Sozialisten waren auch in dem kleinsten der Apoldaer Turnvereine, dem Turnverein Jahnbund Apolda gegeben. Dieser Verein wurde am 13. Dezember 1874 mit 10 Mitgliedern unter dem Vorsitz von Karl Linke gegründet. Diese 10 Turner trennten sich von dem „Verein Turner Apolda“, weil sie gegen den Einfluss der Apoldaer Großindustriellen auftraten, die gerade nach dem gewonnenen Krieg von 1870/71 in den Turnvereinen  ihre Stellung mit allen Mitteln ausbauten und einen chauvinistischen  Rummel veranstalteten. Welcher Geist dagegen im Turnverein Jahnbund Apolda herrschte, und für die ganze Zeit seines Bestehens gültig blieb, zeigt ein Gedicht aus der Festschrift zum 50. Jahrestag des TJA. Es wurde von einem Mitglied des TJA verfasst und lautet:

„Was ist`s nur, dass an diesem Jubeltage
 in unserer Brust es bleibt so leer und still,

dass unser Herz nicht heut mit stolzem Schlage
 den Wert der Stunde ganz erfassen will?
Hat denn das Elend unserer Alltagsleiden
 schon völlig uns verhärtet das Gefühl,
dass wir nicht können Leid von Freude scheiden,
und haltlos treiben, ganz des Schicksals Spiel.
Dem Jahnbund, dem wir treu verbunden,
die Hälfte vom Jahrhundert zählt er heut,
wie hätten wir mit Stolz den Tag empfungen,
wenn uns nicht mürb gemacht die Not der Zeit.
Wir sehen uns gebunden und geknechtet,
vom beutegierigen Feind im eigenen Land.
Wir sind gehasst, verachtet und entrechtet,
ach, Freude findet nur, wer Hoffnung fand“.

Weiter steht in der Vereinsgeschichte, dass die Turner des TJA 1878 keinen Zutritt zu den Sälen mehr bekamen und auf der Kegelbahn im Schützenhaus üben mussten. So ist es nur allzu verständlich, dass sich dem TJA in der Hauptsache Arbeiter aus den Apoldaer Wollfabriken, Handwerksgesellen und kleine Gewerbetreibende anschlossen, und man sagen konnte, dass 80% der Mitglieder des TJA mit der verbotenen SPD sympathisierten bzw. selbst Mitglieder waren. In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Auszug der Diplomarbeit des Gen. Horst Siebenhüner Apolda verweisen, der die Geschichte des „TJA“ beinhaltet und entsprechend analysiert. In diesem neuen Turnverein war kein Platz mehr für die Angehörigen der „Großen Apoldaer Industrie“. Als deutlicher Hinweis des zielgerichteten Einflusses der Sozialdemokraten kann neben der sozialen Struktur der Mitglieder, der deutlichen Abwendung von finanzkräftigen Förderern der Apoldaer Industrie, die von den noch lebenden Spielleuten  und Turnern überlieferte Deutung der ersten Fahne des TJA, des Vereinsliedes und der Name des Vereins gewertet werden

- Der Name „Jahn“ sollte an den Kampf der Turner im 3. Bataillon des Lützower Freikorps unter       der Führung Friedrich Ludwig Jahns  gegen die „Napoleonische Fremdherrschaft“ erinnern.   Damit verbunden der den Turnern eigene Freiheitswille und Kampf für die nationale Einheit des   Vaterlandes
   Auch die Verdienste Jahns bei der Einführung  der Turnerei sollten die entsprechende Würdigung      finden. Die Bezeichnung „Bund“ stand für die Vereinigung von Mitgliedern für den gemeinsamen    Kampf gegen alle Unterdrückungsmaßnahmen und die Durchsetzung demokratischer      Verhältnisse
- Die Fahne sollte die Verbundenheit mit den fortschrittlichen Traditionen der Turnerschaft deutlich       zeigen, und die Angehörigen des TJA ständig daran erinnern, in dieser Traditionslinie den Verein          weiter zu entwickeln. Die Fahnenvorderseite zeigt die Farben und Symbole der   Turnerbataillone in der Rheinpfälzisch-Badischen Volksarmee: schwarz, rot, gold mit den 4 F der        Turner; bei der Fahne des TJA die 4 F auf gelbem Spiegel, dass „dem Lichte der Sonne und        Zukunft entgegen“ bedeuten sollte, eingerahmt in einen halben Eichenlaubkranz
   Die Fahnenrückseite zeigt auf blauem Tuch, das die Treue zum TJA versinnbildlichen soll, das           Wappen des TJA (von links schräg aufsteigend schwarz, rot, gold mit dem ausgeschriebenen Namenszug in grausilber „Turnverein Jahnbund Apolda“. Das Wappen war an den 4 Fahnenecken      mit Eichenlaub eingerahmt, das die Standhaftigkeit anzeigen sollte. Als Wahlspruch war in       goldener Schrift gestickt:
 
   „Im gesunden Körper wohne frischer Geist und froher Sinn“
    

Ein weiterer Hinweis, der den Einfluss der Sozialdemokraten im TJA deutlich macht, ergibt sich aus dem Vergleich, der in den Unterlagen des TJA enthaltenen Namen mit der „Dokumentation zur Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung in der Stadt und dem Kreis Apolda“.

So finden wir zum Beispiel im Vorstand des Apoldaer Volksvereins den 2. Schriftführer „Werner“. Dieser wurde auch als einer der 10 Gründungsmitglieder des TJA genannt. Auf einem Foto anlässlich des 25jährigen Bestehens des TJA von 1899, das sich im Besitz des Herrn Otto Rechenbach aus Apolda, Grünstraße befindet, wurde z. B. A. Reichelt als Mitglied des TJA erkannt. A. Reichelt war einer der hervorragenden Agitatoren der Apoldaer Sozialdemokraten.

In diesem politischen Umfeld wurde im November 1884 ein Spielmannszug im TJA gegründet.  Die zahlenmäßige Stärke und die Namen aller Spielleute der ersten Generation konnten bis jetzt nicht ermittelt werden. Zu den Gründungsmitgliedern des SZ von 1884 gehörten Hermann Lange (der Vater unseres ersten Stabführers von 1955 – 1958 Paul Lange), Max Braun (der Vater des späteren Stabführers des TJA Karl Braun), Adolf Pätzold, Oskar Fritsche, Karl Eichler, Fritz Mähler, Hermann Maier  sowie die Spielleute Weller und Müller Sen. Wenn auch hier die Namen verglichen werden, stellen wir eine Konzentration von Sozialdemokraten fest. Bezeichnend ist, dass  es gerade für die ersten Jahre des SZ des TJA keine Aufzeichnungen gibt. Diese Namen gehen aus Unterlagen  aus den Zeiträumen nach 1892 hervor bzw. wurden von den Familienangehörigen erfragt.

Das grundsätzliche Fehlen von Aufzeichnungen und der konzentrierte Anteil von Sozialdemokraten im SZ sowie das politische Umfeld des Gesamtvereins lässt des Schluss zu, dass die Gründung dieses SZ durch die illegal arbeitenden Sozialdemokraten erfolgte.Damit wurde ein legales Instrument zur Durchführung der Agitation im Rahmen eines bürgerlichen Turnvereins geschaffen.

 


Als erster Leiter des SZ des TJA wurde


                                                           Adolf P ä t z o l d

ermittelt.

 

 

Die erste Bekleidung des SZ des TJA bestand aus den grauen „Jahnschen Turnerjacken“ mit Schwalbennestern in den Farben „Schwarz, Rot und Gold“ sowie Eichenlaub am Kragen.und den Beinkleidern aus weißer Hose sowie schwarzen Strümpfen und Schuhen. Die Kopfbedeckung bestand aus grauem Turnerhut mit gelben Band. Das Lederzeug bestand für die Tamboure aus Koppel und Messingadler (Militärausgabe), für die Pfeifer aus Ledergürtel und Pfeifenschlaufe. Das Lederzeug war schwarz. Die Koppel der Tamboure wurden untergeschnallt getragen. Damit wurde der nicht militärische Charakter des Zuges zum Ausdruck gebracht. Der Stab des SZ-TJA war eichenholzbraun, die Beschläge, Spitze und Handgriff mit elliptischem Abschluss waren aus blankem Messing, die Schnur und Quasten chromgelb.

Die Reifen der Trommeln waren „Schwarz, Rot, Gold“ gestrichen. Die Ausrüstung mit Hörnern und Fanfaren erfolgte erst nach der Jahrhundertwende. Bis zu diesem Zeitraum blieb die angeführte Bekleidungsordnung in Kraft.

Welche Musikstücke gespielt wurden, kann nicht mehr nachgewiesen werden.. Nachweis über Notenmaterial kann erst ab 1909 gebracht werden. Nur so viel sei gesagt, dass aus der Festschrift von 1924 hervorgeht, dass der Spielmannszug bei der Aufführung von „Reigen“ (Massenübungen der Turner) mitgewirkt hat.


 

Das Vereinslokal des TJA war der Gasthof „Zum goldenen Löwen“ in der Schützenstraße, und blieb es, bis das Vereinshaus auf der Jahnhöhe bezogen werden konnte. Auch hier finden wir ein Bindeglied zur Arbeiterbewegung der Stadt Apolda. Dieser Gasthof war auch zu dieser Zeit das Versammlungslokal der Apoldaer Zelle der Sozialdemokraten, und hier wurden die Schulungsabende des Volksvereins durchgeführt.


4. Der Spielmannszug bis zum Jahre 1914


In den ersten Jahrzehnten seines Bestehens war der SZ ein reines Trommler- und Pfeiferkorps. Die  Übungsstunden wurden im „Bürgergarten“ am Faulborn (heute Wäscherei Böhme in der Paul-Durot-Straße) abgehalten. Die durchschnittliche Stärke des Zuges betrug 13 bis 17 Spielleute. Der TJA  besuchte in dieser Zeit viele Turnfeste und erreichte dabei viele Siege, Preise und Ehrungen. Die Spielleute beteiligten sich in der Regel an der Ausgestaltung dieser Sportfeste und führten die Delegation des TJA im Festzug der Turner an. Auch die zahlreichen durchgeführten Turnfahrten  wurden vom SZ ausgeführt. Hierbei zeigte sich, dass die Mitglieder des TJA, auch ohne die Führungskader der Apoldaer Großbourgeoisie, in der Lage waren, einen Turnverein zu erhalten, zu finanzieren und sportliche Erfolge  zu erreichen. Im Jahre 1892 wurde in Apolda die „Freie Turnerschaft Apolda“ gegründet. Auch bei den Mitgliedern des TJA gab es Bestrebungen, dass der gesamte Verein sich dem 1893 in Gera gegründeten Arbeiterturnbund anschließen wollte. Hierzu teilte uns der Sportfreund Rudolf Bierögel, der als Schriftführer des Spielmannszuges auch das alte Hauptbuch des TJA kannte, folgendes mit: „Ich habe im alten Hauptbuch das Protokoll einer Versammlung zwecks Zusammenschluss des TJA mit der Freien Turnerschaft Apolda gelesen.“Diesen Zusammenschluss verhinderte das neue Grundgesetz der DT, welches von den rechten Führern der DT auf dem Turntag zu Eßlingen 1895 beschlossen wurde. Dadurch wurde das gesamte Vermögen eines Vereins, der zum Arbeiterturnbund überwechseln wollte,  für die DT sichergestellt. Da der TJA ständig offen stehende Finanzforderungen zu begleichen hatte, und ein Teil der Vorstandsmitglieder mit ihrem privaten Vermögen hafteten, wären einige Familien völlig ruiniert worden. So kam es nicht zu einem Zusammenschluss. Der Verein unterstützte die Freien Turner mit der Ausbildung von Vorturnern und dem organisierten Überwechseln einzelner Mitglieder und Funktionäre. Das brachte dem TJA eine unversöhnliche Gegnerschaft der zwei besser gestellten Turnvereine Apoldas ein. Man begann gezielt, dem TJA die Mitglieder abzuwerben. Unternehmer, die zum VTA oder TVA gehörten, boten den Jahnbundleuten besser bezahlte Arbeitsplätze, wenn sie in einen der anderen Vereine überwechselten. Der Erfolg war, im Gesamtmaßstab gesehen, gering, führte aber dennoch dazu, dass durch Abwerbung und Generationswechsel der SZ zum 25jährigen Bestehen des TJA 1899 nur noch aus dem Stabführer, 3 Pfeifern und 4 Tambouren bestand. Dazu gehörten Adolf Pätzold, Karl Künzel, Karl Braun, Paul Weller, Hermann Lange, Otto Müller; zwei Tamboure konnten nicht ermittelt werden.  
 

In der Folgezeit arbeiteten die Spielleute zielstrebig an der Auffüllung des Zuges aus den Reihen der jugendlichen Turner des TJA. Unter ihnen waren so hervorragende Turner wie Paul von Mosel (1.Turnfestsieger von 12. Turnfest d. DT in Leipzig 1913), Otto Rechenbach, Kurt Graf und Hans Siebenhüner. Vom Schulspielmannszug der Sophienschule kam Paul Lange 1910 zum TJA. Im Jahre 1902 übergab Adolf Pätzold den Zug aus Altergründen an Karl Braun. Durch den zahlreichen Zuwachs an aktiven Spielleuten stand die Frage der preisgünstigen Beschaffung einheitlicher Bekleidung und Ausrüstung. Hier wurde ein Angebot des Verwertungsbetriebes für Heeres-Altmaterial wahrgenommen. Es wurden 1911 Litewken aus grünmeliertem Tuch und weiße Drillichröcke sowie 10 Signalhörner angeschafft. Der für das Großherzogtum Sachsen-Weimar zuständige Verwertungsbetrieb war das Gerichtsgefängnis Magdeburg. Aus der einheitlichen Preisliste über Verkaufsgegenstände aus dem Verwertungsbetrieb für Heeres-Altmaterial blieben uns die Kosten überliefert:

 

1.Litewken ohne militärische Abzeichen                       Stück               1,60 Mk.

2.Drillichröcke, weiß                                                   ''                      0,75 Mk.

5.Lange Tuchhosen aus dunkelblauem Tuch                 ''                      3,00 Mk.

   ohne Biesen

10.Schnürschuhe im Gefängnis tragfähig                       ''                      2,00 Mk.

   wiederhergestellt

25.Pfeifen                                                                   ''                      0,15 Mk.

26.Signalhörner                                                           ''                      1,00 Mk.

 

Von den Auswirkungen des Einschwenkens der Führer des „Deutschen Turnerschaft“ auf die Politik des deutschen Imperialismus blieb auch der TJA nicht verschont. Die bestehenden Klassengegensätze in der DT verschärften sich. Da konnten auch keine Maßnahmen und Anweisungen darüber hinwegtäuschen, die äußerlich eine Einheitlichkeit sichtbar machten. Die Farben an den Trommelreifen und Schwalbennestern wurden einheitlich weiß/rot. Der Turnerhut und Binder blau für alle verbindlich.

 

In diesem Zeitraum (1908 – 1911) wurden auch die Fanfaren angeschafft, und das Repertoire des SZ wurde um Fanfaren- und Musikmärsche (Musikmärsche wurden gemeinsam mit der Blasmusik gespielt) bereichert. Besonderen Anteil an der Einführung der Horn- und Fanfarenmärsche hatten Hermann Apel und Paul Lange. Der Spielmannszug des TJA hatte sich zu einem leistungsfähigen SZ mit 17 Mitgliedern entwickelt. Das verhängnisvolle Jahr 1914 brachte die sportliche Arbeit des SZ zum Erliegen. 160 Angehörige des TJA wurden zum Kriegsdienst eingezogen. 25 mussten für die Durchsetzung der Ziele der imperialistischen Machthaber im 1. Weltkrieg ihr Leben lassen. Darunter die Hornisten Hermann Apel, Felix Müller, Paul v. Mosel und die Tamboure Artur Biertümpfel und Max Stiebritz.

 

5. Das Organisationsleben des Spielmannszuges in der Zeit der „Weimarer Republik“ von 1919 bis 1933

Der SZ nahm im Frühjahr 1919 seine Übungstätigkeit wieder auf. Die Übungsstunden wurden im „Logenheim“ (heute FDJ-Klubhaus in der Schötener Promenade) durchgeführt. Hier wurden auch die Spielleute in den Zug aufgenommen, welche heute unsere Ältesten sind bzw. unserer Generation als die Gründer des SZ der BSG Einheit Apolda bekannt sind, wie Rudolf und Fritz Bierögel, Kurt und Willy Bastian.1921 übergab Karl Braun den Zug an Paul Lange. Paul Lange war nach dem 1. Weltkrieg  der Einzigste, der über Notenkenntnisse verfügte. Musiktitel, die neu einstudiert werden sollten, wurden durch den Leiter vorgespielt und bis zur Beherrschung geübt. Trotzdem konnte der Zug über ein großes Repertoire verfügen. Das war auch notwendig, um die kommenden Aufgaben lösen zu können. Der TJA war der einzigste der Apoldaer Turnvereine , der noch keinen eigenen Platz und Vereinshaus hatte. Dazu war nie ausreichend Geld vorhanden gewesen. Auch der SZ musste Wege finden, um den Verein hierbei zu unterstützen. Der SZ übernahm gegen Entgelt die Bespielung von Veranstaltungen anderer Vereine, wobei man bemerken muss, dass es in Apolda nicht leicht war, gute Angebote zu erhalten. Die Konkurrenz war groß. Neben den drei Turnerspielmannszügen gab es noch mehrere Blasmusikkapellen, und die umliegenden Ortschaften hatten teilweise bis zu zwei Spielmannzüge. 1924 kaufte der Verein ein Grundstück am Rande der Schötener Promenade. Der Ausbau des Geländes begann 1925. Der Platz wurde „Jahnhöhe“ genannt. Die Mitglieder des TJA errichteten in freiwilliger, unbezahlter Arbeit die Sportanlagen. Dazu gehörten der Turnplatz mit Gerätehaus, ein Handballplatz, die Laufbahn, das Vereinshaus, Abortanlagen, Umzäunung, eine Hecke um die gesamte Anlage und die Baumbepflanzung. Die Jahnhöhe wurde zur Heimstätte ihrer Mitglieder. Bewirtschaftet wurde das Vereinshaus durch Karl Putsche. Die Spielleute führten ihre Übungsstunden jetzt hier durch. Die Jugend des SZ ging nach der Übungsstunde in die „Kunitzburg“ in der Bergstraße (heute Kindergarten) und fand hier den organisierten Teil der Arbeiterklasse. So kam es auch, dass sich Spielleute des TJA an Plakatklebeeinsätzen und anderen Veranstaltungen beteiligten.
 

1924 wurde wiederum für den SZ eine neue Bekleidung angeschafft. Die weißen Drillichjacken waren nicht mehr zu beschaffen. Eine Erfurter jüdische Firma vertrieb preiswert Jacken für Schützenvereine aus grün/grauem Tuch, die auch vom SZ TJA gekauft wurden. Die Finanzen wurden von der Vereinskasse vorgeschossen und die Spielleute zahlten den Betrag in Raten an den Verein zurück. Anlässlich des 40jährigen Bestehens des SZ des TJA wurden auch die rot/weißen Fanfarenflaggen eingeführt.

Die anhaltenden Klassenauseinandersetzungen, in der Zeit der Weimarer Republik , wirkten auch auf die Mitglieder des SZ-TJA. Den arbeitenden Menschen ging es zunehmend schlechter. Firmenpleiten und Arbeitslosigkeit sind an der Tagesordnung. Von den 16 Mitgliedern des SZ waren in der Zeit der Wirtschaftskrise mindestens 5 ständig arbeitslos. In solchen Vereinen der DT mit hohem Arbeiteranteil wuchs zunehmend die Opposition gegen ihre Führung, die ihre Mitglieder schon längst verraten hatte  und offen in die Hände des Faschismus führte. Die Spielleute des TJA warfen als äußeres Zeichen ihrer oppositionellen Haltung den blauen Turnerhut der DT über Bord und führten die Thälmann-Mütze als Kopfbedeckung im SZ ein, Sie blieb traditionsgemäß die Kopfbedeckung der Apoldaer Spielleute bis in unsere heutige Zeit. Die Turner des TJA führten ihre Turnvergleiche und Schauturnen im großen Maße mit Vereinen aus anderen Städten durch. Es bestanden feste Beziehungen zu Vereinen in Jena, Rudolstadt, Hermsdorf, Roda, Naumburg, Sömmerda, Bürgel und Buttstedt sowie einer Reihe von Turngemeinden umliegender Dörfer, davon besonders Niederroßla, Wickerstedt und Trebra. Die Spielleute waren meistens an diesen Veranstaltungen beteiligt, wurden so in anderen Städten bekannt und erhielten Lohnaufträge, beteiligten sich aber im gleichen Maße an den Klassenauseinandersetzungen in diesen Orten. So finden wir in der Bilddokumentation der „Geschichte der örtlichen Arbeiterbewegung Apoldas“ auf Seite 195 ein Bild des SZ des TJA. Der SZ beteiligt sich an der Ausgestaltung der 1. Maifeier 1932 in Niederroßla. Nachfolgend möchte ich auf einige Einzelheiten eingehen, die das Organisationsleben des SZ-TJA im Jahresdurchschnitt beinhalten. Es sind die Aussagen von Spielleuten, die in der Hauptsache die Zeit ab 1924 betreffen. So entstand ein kleiner Überblick nach folgenden Gesichtspunkten:

- Ausrüstung und Bekleidung des Zuges

- Repertoire des SZ des TJA

- Einsätze des TJA im Jahresdurchschnitt

Ausrüstung, Instrumente und Lederzug von 1919 bis 1935

Die Instrumente und Ausrüstungsgegenstände waren in der Hauptsache Eigentum des TJA. Langjährige Mitglieder konnten durch Ratenzahlung ihre Instrumente und Ausrüstung vom Verein käuflich erwerben, so dass der vereinseigene Bestand immer wieder durch Neuanschaffung aufgefüllt wurde. Für die Erhaltung und Auffüllung der Bekleidung/Ausrüstung des Zuges war der Zeugwart verantwortlich (Willy Bastian).

Tamboure:

- Marschtrommel mit Messingreifen rot/weiß gestrichen, 5 Schrauben

- Koppel schwarz, Knieleder weiß, Adler aus Messing

- Trommelstöcke messingbeschlagen und Spannschlüssel 4-Kant

Hornisten:

 

- Signalhorn in C mit B und ES-Bogen, blaue Stoffwicklung

- Fanfare in ES, Fanfarenflaggen rot/weiß, Trageschnur rot/weiß

- Holzpfeife schwarz

- Horntrageriemen schwarz, Pfeifenschlaufe schwarz, Ledergürtel

  schwarz für Hose

Bekleidung des Zuges

1. Festbekleidung in der Zeit von 1919 bis 1924

- weiße Drillichjacke, Schwalbennester rot/silber mit kurzen Silberfransen – Leiter trug lange Fransen; an den Kragen Eichenlaub in Messingblech geprägt, als Kragenabschluss die blaue Turnerschleife

- weiße Hose, schwarze Strümpfe und Schuhe

- als Kopfbedeckung blauer Turnerhut mit gelbem Band

Bei sonstigen Auftritten wurde eine dunkelblaue Hose anstatt der weißen getragen.

2. Bekleidung ab 1924

- Jacke grün/grau – Schwalbennester rot/silber, geschlossener Kragen mit Eichenlaub in silber;
 Leiter trug Schwalbennester mit Fransen
- Hose dunkelblau, Strümpfe und Schuhe schwarz
- Kopfbedeckung bis 1927 Turnerhut blau der DT, danach Thälmann-Mütze mit silbernen
   Mützenabzeichen des SZ des TJA
- Als Festbekleidung wurde anstatt der dunkelblauen Hose die weiße Turnerhose getragen.
- Die Turnerfestbekleidung bestand aus weißer Hose, weißem Hemd, Turnerbinder blau mit weißen    Punkten und schwarzem Schuhwerk.
- Mützenabzeichen des TJA
   Material: geprägtes blankes Aluminium
   Beschreibung: ca. 50 x 35 mm ovale Prägung, umrundet mit Eichenlaub, in der Spitze eine
            Trommel mit gekreuzten Schlägern, im Mittelschild gekreuzte Fanfaren
            dazwischen die Buchstaben TJA

Repertoire des SZ des TJA

Der Spielmannszug hatte 28 Titel einstudiert. Der besondere Schwerpunkt lag auf den Fanfaren- und Hornmärschen. So unterteilt sich das Repertoire wie folgt:

- 10 Musikmärsche
   darunter der Ferbeliner Reitermarsch, Old-Drö und der Marsch des Husarenregiments Nr. 18

- 6 Fanfaren- und Hornmärsche, die von Paul Lange komponiert bzw. zusammengestellt wurden,        wie „Posthornklänge, Jahnklänge , Hornmarsch I – III

- 12 Pfeifenmärsche

„Torgauer Marsch“                                                     „Hoch Heidecksburg“
„Liebetrau“                                                                 „Frei-Weg“
„Groß- Berlin“                                                „Turner auf zum Streite“
„Junges Blut“                                                              „Präsentiermarsch“
„Abschied“                                                                 „Weckruf“ gepfiffen und geblasen
„Lock-Marsch“                                                          „Gruß aus der Heide“

Einsätze des SZ des TJA im Jahresdurchschnitt

Die Spieleinsätze des Zuges muss man unterscheiden in Einsätze für den Verein und in Lohneinsätze. Zur Unterhaltung des Zuges, der Finanzierung der vereinseigenen Veranstaltungen und zur Abdeckung der Baukredite war es notwendig, Lohneinsätze durchzuführen.

1. Vereinseigene Veranstaltungen im Jahresdurchschnitt

Der erste Einsatz im Jahr war der Übungsmarsch des SZ, der an jedem Karfreitag durchgeführt wurde. Er führte über eine Strecke von 5 bis 8 km und endete oft in einer Dorfgaststätte. Auf dem Marsch wurden auf freier Straße die neu einstudierten Märsche das erste Mal gespielt und oft bis zur völligen Beherrschung kilometerlang wiederholt. Der Abend endete dann immer feuchtfröhlich. Es wurde getrunken und die alten Spielmannslieder gesungen. Nicht selten kam es vor, dass im Dorf noch Ständchen bestellt wurden und so ausreichend Getränke und Geschlachtetes auf den Tisch kam. Zwischen Ostern und Pfingsten wurde durch den Verein die Frühjahrsturnfahrt durchgeführt. Hieran nahmen alle Abteilungen des TJA teil. Die Turnfahrt wurde mit allen  Angehörigen, also Frauen, Kindern, Ehemännern usw. durchgeführt. Oftmals waren auch Übernachtungen eingeplant. Als Quartiere dienten dann Turnhallen oder Säle von befreundeten Vereinen. Am Abend der Übernachtung wurde dann ein Kommerz mit den Mitgliedern dieser Vereine durchgeführt. Der SZ übernahm die Bespielung bei den Ortsdurchmärschen.

An einem Sonntag in den Sommermonaten wurde auf der Jahnhöhe das Sommer- und Kinderfest gefeiert. Hier wurden durch die einzelnen Abteilungen Proben ihres Könnens  vorgetragen. Die Spielleute veranstalteten ein Platzkonzert und führten mit den Kindern den Umzug durch. Weiterhin  wurde der Nachmittag mit sportlichen Spielen und Wettkämpfen ausgefüllt. Der Abend blieb den Erwachsenen vorbehalten. Den Abschluss der vereinseigenen Veranstaltungen bildete die Herbstturnfahrt, die analog der Frühjahrsturnfahrt verlief. Weitere Veranstaltungen wurden vom Zug selbst organisiert. Es war das Stiftungsfest des Zuges, das jährlich im November mit Ehefrauen und Freundinnen gefeiert wurde. An diesem Tage wurde ein Teil der Spieleinnahmen anteilmäßig ausgezahlt und so das Fest finanziert.

Zur Faschingszeit wurde auf der Jahnhöhe durch die Spielleute der Lumpenball durchgeführt. An solchen Festen wurden Versteigerungen von Geschenken durchgeführt, welche die Frauen der Spielleute angefertigt hatten. Der Erlös der Versteigerungen wurde der Vereinskassen zugeführt.
Die letzte Zusammenkunft im Jahr bildete der Frühschoppen am 2. Weihnachtsfeiertag. Hier traf man sich beim Biere zum Ausklang des Jahres.
Der Vollständigkeit halber müssen noch die Ständchen bei Spielleuten und Vereinsmitgliedern erwähnt werden, die bei Jubiläen oder sonstigen Ehrungen gebracht wurden.

2. Die Lohneinsätze des SZ-TJA

Der erste Lohneinsatz im Jahr war der alljährliche Faschingsrummel in Apolda. Bei diesem Spieleinsatz durften auch die Neuanfänger nach zweijähriger Ausbildung das erste Mal öffentlich auftreten. Diese Spielleute mussten 3 Pfeifermärsche, 3 Hornmärsche und 3 Musikmärsche völlig beherrschen. Dabei trugen die Spielleute bunte Faschingskostüme.

Am ertragreichsten für den SZ war die Bespielung der Schützenfeste. In Apolda gab es zwei Schützengesellschaften, die Armbrust- und die Büchsenschützengesellschaft Apolda. Die Feste fanden im Juli bzw. August statt, und wurden in der Regel auf dem Vorplatz des neuen Schießstandes in der Hermstedter Straße  in Verbindung mit Rummel und Volksbelustigungen abgehalten. So ein Schützenfest dauerte mehrere Tage und Spielleute hatten dabei folgende Einsätze durchzuführen:

- Wecken der Vorstandsmitglieder und bestellte Ständchen bei finanzkräftigen Schützen an den           Wettkampftagen
- Bespielung der Eröffnungsveranstaltung
- Abholung des Schützenkönigs des Vorjahres und Begleitung zum Wettkampfort
- Frühschoppenkonzerte mit der Blasmusik an den Wettkampftagen
- Bespielung des großen Festumzuges der Schützen

Weitere Erwerbsquellen waren das Bespielen von Umzügen bei Kirmsen und Sommerfesten. Hier spielte selten der ganze Zug Die Anzahl der Spielleute richtete sich nach dem Geldbeutel der Veranstalter. So kam es auch vor, dass nur 1 Tambour und 2 Hornisten vermietet wurden.

Wie bereits erwähnt, war der Zug auch außerhalb von Apolda gefragt. So spielte er zum Beispiel zum historischen Festumzug am 31.05.1930 in Rudolstadt, zu Turnfesten anderer Vereine in Jena, Roda und Erfurt.

Eine weitere Einnahmequelle war der Verkauf von Postkarten, auf denen der SZ abgebildet war. Hierbei waren solche Veranstaltungen, die außerhalb Apoldas lagen, besonders geeignet.

Abschließend eine statistische Übersicht über die Einsätze des SZ-TJA im Jahresdurchschnitt:

Veranstaltung             Anzahl             bezahlte Lohneinsätze                        Anzahl für den TJA

Übungsmarsch     1                  Schützenfest/Vogelschießen                     3  

Turnfahrten                      2                  Faschingsrummel und                           ca. 8
                                                           Kirmes- u. Gartenfeste

Sport- und Kinderfeste    4                  Turnfeste anderer Vereine                       3  

Ständchen für Mitgl.     ca. 5                bestellte Ständchen                              ca. 15
                                                                                                                                                                
   Summe                        12                 Summe                                         29

Mit durchschnittlich 41 Spieleinsätzen im Jahr war der Spielmannszug des TJA ein überdurchschnittlich aktiver Zug. Die Einnahmen der Lohneinsätze gingen an die Hauptkasse des TJA. Der Kasse des SZ blieben nur die Spenden und Überschüsse; die Spielleute mussten aber alle Ausgaben selbst tragen, die zur Unterhaltung des SZ erforderlich waren.


6. Der SZ-TJA während der Zeit der faschistischen Diktatur 1933 bis 1945

Nachdem am 9. August 1933 alle Arbeitersportverbände in Deutschland verboten waren, glaubte die faschistische Sportführung freie Bahn für die „Gleichschaltung“ der bürgerlichen Turn- und Sportverbände zu haben. Die Führung dieser Verbände, allen voran die Führer der DT, unter Neuendorf, biederten sich den Faschisten sogar an. Viele Mitglieder in den Vereinen der DT waren mit der Haltung ihrer Führung nicht einverstanden. Diesen Schwierigkeiten war Neuendorf nicht mehr gewachsen und übergab die Millionenorganisation der DT kurzerhand an den damaligen faschistischen Reichssportkommissar v. Tschammer und Osten. Die Opposition in solchen Vereinen wurde nun auf faschistische Art beseitigt, nämlich mit Gewalt unterdrückt und die Funktionäre und Mitglieder eingeschüchtert.

Der „Turnverein Jahnbund Apolda“ war den neuen örtlichen Machthabern seit langem als oppositioneller Verein bekannt. Die erste Maßnahme gegen den TJA war die „Beschlagnahme“ der Schwarz/Rot-Goldenen Fahne  des TJA durch die SA 1) am 12. Dezember 1933. Das öftere Zusammenwirken mit Arbeitersportlern und die allgemeine oppositionelle Haltung, die Verweigerung der Benutzung der Sportstätten des TJA durch die SA ließ das Weiterbestehen des TJA in Frage stellen. Die Auflösung hing in der Luft. Die Auflösung wurde aber dadurch verhindert, dass keine juristische Maßgabe gefunden wurde. (Die Protokolle und Schriftverkehr, die die Zusammenarbeit mit der Freien Turnerschaft usw. beinhalteten, wurden durch den Schriftführer, nachdem die Hausdurchsuchungen bei den Freien Turnern bekannt wurden, sofort vernichtet.) Schriftführer war Walter Müller aus der Glockengießereistraße.

1) (Das war 1 Tag vor dem 59. Gründungstag des TJA.) Der weitere Verbleib der Schwarz-Rot-Goldenen Fahne des TJA nach der „Beschlagnahme“ durch die SA 1933 konnte bis heute nicht aufgeklärt werden. Noch im gleichen Jahr wurde eine „neutrale Ersatzfahne“ fertiggestellt. Die Vorderseite war aus weißem, die Rückseite aus blauem Fahnentuch; die weitere Symbolik analog des Tischbanners des SZ. Auf der weißen Seite befand sich ein Bild von Fr.-Ludwig Jahn und die Aufschrift des Vereinsnamens.

Der Verbleib dieser Fahne konnte bis ca. 1972 ermittelt werden. Der letzte Aufenthaltsort soll der Boden von Rudi Wohlfahrt in der Hermstedter Straße gewesen sein. Vom diesem Zeitpunkt an ist auch diese verschwunden.

Nach dem Auftritt der SA verließen einige Funktionäre und Mitglieder den TJA. Nach den Aussagen von Turnern wurde der Verein „regelrecht klein geklopft“. Viele der besten Turner wurden unter Druck gesetzt, und wechselten zu faschistisch geführten Verbänden ab oder zogen sich vom sportlichen und politischen Geschehen im faschistischen Staat zurück. Der TJA verlor in den folgenden Jahren bald zwei Drittel seiner Mitglieder von durchschnittlich 375 in der Zeit der Weimarer Republik blieben ca. 140 übrig. Zum Verhalten des Restes der Mitglieder des TJA muss gesagt werden, dass sie im Grunde antifaschistisch gesinnt waren, fanden aber nicht den Mut und die Kraft, am organisierten Widerstand gegen den Faschismus teilzunehmen. Man ballte die Faust in der Tasche, sehnte den Tag herbei, an dem das faschistische Regime zusammenbrechen würde, ohne selbst etwas dafür zu tun.

Die Spielleute des TJA halfen ihrerseits den vom Sport ausgeschlossenen Sportlern des SZ der Freien Turnerschaft Apolda. Bei den Arbeitersportlern waren Hausdurchsuchungen an der Tagesordnung. Besonders betroffen war Hermann Schäler, der Leiter des SZ der FTA. Ein Teil der Spielleute hatte  es geschafft, ihre Instrumente und Notenmaterial in Sicherheit zu bringen. Diese waren beim Zeugwart des SZ-TJA eingelagert und befanden sich bei Willy Bastian auf dem Oberboden. Auf diese Weise blieb auch das originale Notenbuch der Freien Turner Apolda erhalten, das sich im Besitz unseres SZ befindet. Die SA suchte vergeblich nach den Instrumenten, der FTA und der Rot-Sport-Kapelle. Diese waren im Grundstück von Preiser's in der Hermstedter Straße versteckt, um sie für den SA-Zug zu verwenden. Als die Suche erfolglos blieb, wurden die vereinseigenen Instrumente und Ausrüstungsgegenstände des SZ d. TJA ohne Belege und Quittungen mit Hilfe des Schutzmannes Bonifac für den SA-SZ und HJ-FZ eingezogen. Darüber wurden vom Splm. Willy Bastian 1957 Nachforschungen gemacht und in  einer Liste erfasst. Dazu wurde der Zeitwert errechnet. Somit wurde dem SZ ein Wert von 1.203.00 DM gestohlen.

1934/35 verließen der Leiter und Stellvertreter des SZ-TJA Paul Lange und Kurt Anhalt den Verein. Der Zug wurde vorübergehend von Robert Hachmeister geführt. Als sich die Lage um die Freien Turner etwas beruhigt hatte, übernahm der SZ des TJA 8 Spielleute der Freien Turner Apolda. Unter ihnen auch deren Leiter, Hermann Schäler, der dann auch zum Leiter des SZ-TJA gewählt wurde. Die nächste Zerreißprobe wurde mit dem Ortsgruppenführer der NSDAP ausgefochten. Dieser erließ die Anordnung, dass die Turnerzüge der Stadt bei öffentlichen Auftritten die Hakenkreuzarmbinde zu tragen haben. Die Spielleute des TJA weigerten sich, dieser Anordnung nachzukommen. Sie erklärten, dass sie sich lieber auflösen wollten, als dieser Anordnung Folge zu leisten. Hermann Schäler wurde erneut verhaftet, musste aber wieder entlassen werden, da ihm keine Rädelsführerschaft nachgewiesen werden konnte. In der Folgezeit wurde es ruhig um den SZ des TJA. Das Organisationsleben spielte sich in vereinseigenen Veranstaltungen ab.  Auch die Lohneinsätze wurden selten. Mit Beginn des 2. Weltkrieges kam die sportliche Tätigkeit ein weiteres Mal zum Erliegen. Die Spielleute des TJA Herbert Bierögel, Otto Müller, Hans Wendelmuth, Hans Hachmeister, Arno Rosenhahn, Erich Putsche, Paul Pauli und Anton Schaudolf wurden Opfer des von den deutschen Faschisten vom Zaune gebrochenen 2. Weltkrieges, das war fast der halbe Spielmannszug.


7. Namenssammlung von Spielleuten des TJA

 

I. Unter Adolf Pätzold 1884  bis 1902

Tamboure: Karl Braun, Fritz Mähler, Hermann Maier, Paul Sode, Otto Müller

Pfeifer:      Hermann Lange, Paul Weller, Oskar Fritsche, Karl Eichler, Hermann Apel, Max Braun

II. Unter Karl Braun 1902 bis 1921

Tamboure: Karl Künzel, Paul Sode, Max Stiebritz, Artur Biertümpfel, Waldemar Biertümpfel,                                           Robert Hachmeister, Kurt Graf, Hans Siebenhüner

Hornisten: Hermann Apel, Paul von Mosel, Felix Müller, Otto Rechenbach, Paul Lange, Max                               Böttner, Otto Schröder

III. Unter Paul Lange 1921 bis  1935

Tamboure: Waldemar Biertümpfel, Walter Ickel, Robert Hachmeister, Karl Künzel, Karl Maier, Paul                     Pauli, Walter Jäger, Willy Bastian, Fritz Bierögel, Arno Rosenhahn, Kurt Anhalt, Erich                             Michael, Hans Wendelmuth, Rudi Bierögel, Herbert Bierögel, Kurt Bastian

IV. Unter Hermann Schäler 1935 bis 1939

Tamboure: Willy Bastian, Fritz Bierögel, Willy Hertrich, Paul Pauli, Karl Künzel, Herbert Mann,                             Walter Schenner, Willy Eckardt

Hornisten:  Kurt Bastian, Herbert Bierögel, Rudi Bierögel, Otto Möller, Hans Wendelmuth, Hans                           Hachmeister, Otto Hasenbein, Anton Schaudolf, Kurt Arnold und Max Burkhardt

Die Spielstärke war während dieser Zeit im Durchschnitt 11bis 13 Spielleute, da zwischenzeitlich immer Einberufungen zum RAD und aktiven Wehrdienst vorkamen

Davon kamen von der Freien Turnerschaft Apolda folgende Spielleute:

                        - Hermann Schäler
                        - Max Burckhardt
                        - Willy Eckardt
                        - Anton Schaudolf
                        - Otto Hasenbein aus Wickerstedt
                        - Kurt Arnold
                        - Walter Schenner
                        - Herbert Mann
                        - Willy Hertrich


8. Die Finanzen des SZ-TJA

Der Spielmannszug musste sich selbst finanzieren. Die Hauptkasse des Vereins unterstützte die Kasse des SZ nur bei Defiziten in den Jahresabschlüssen, das heißt, der Verein haftete für die Ausgaben, die nicht selbst finanziert  werden konnten. Mitgliedsbeiträge und Erlöse aus Lohneinsätzen gingen an die Hauptkasse des TJA. Die Einnahmen des SZ setzten sich wie folgt zusammen:

- Spenden durch die Mitglieder des TJA
- Sammlungen durch die Spielleute bei Auftritten des SZ innerhalb und außerhalb der              Veranstaltungen des TJA
- Verkauf von Postkarten, auf denen der SZ abgebildet war
- Überschüsse aus Tanzveranstaltungen, die vom SZ organisiert wurden
- Strafgelder, die von Spielleuten abverlangt wurden, wenn diese mehrmals nicht in der            Übungsstunde bzw. Spieleinsatz erschienen sind
- Erlöse von Ständchen, die nicht  über den Verein bestellt waren
- Gewinne aus Versteigerungen, die bei Festlichkeiten durchgeführt wurden

Als Beispiel die Kasseneinnahmen von 1920:

Sammlung zur Generalversammlung  in Utenbach                                            40,65 Mk
Spende v. Tambour P. Sode                                                                             4,00 Mk
Turnfahrt: Sammlung in Nerkewitz                                                                   16,76 Mk
Sammlung beim Büchsenschätzen im Schützenhaus                              38,50 Mk
Zurückerhalten v. Erich Putsche                                                                        2.50 Mk


                                                                                              Summe          103,41 Mk

Aufstellung der Jahresabschlüsse aus dem Kassenbuch des SZ-TJA (siehe Anlage)

Die Ausgaben setzten sich in der Regel wie folgt zusammen:

- Ausgaben für Festbeiträge zu Turnfesten
- Ausgaben für Tanzscheine, die bei der Polizei bezahlt werden mussten sowie Kosten für die Musik   u. Essen, Getränke bei Tanzveranstaltungen, die vom SZ organisiert wurden
- Ausgaben für Kleinmaterial wie Trommelfelle, Stöcke usw., die beim Spielen verschlissen wurden
- Ausgaben für Postkarten, Briefmarken und Büromaterial
- Gelder, die an die Spielleute geliehen wurden, um die Bekleidung und Instrumente zu kaufen. Die      Rückzahlungen wurden dann als Einnahmen verbucht.
- Ausgaben für das Schreiben von Noten bzw. Lohn für Musiker, die beim Erlernen der Märsche        halfen
- Ausgaben zur Absicherung des Stiftungsfestes des Zuges
- Beschaffung von 1.000 Steindruckkarten vom SZ-TJA
- Ausgaben für Hochzeitsgeschenke und sonstige Jubiläen von Mitgliedern des SZ-TJA
- Anschaffung der Geburtstagskarten des SZ des TJA


9. Der Neubeginn und der Aufbau eines Spielmannszuges in der demokratischen Sportbewegung     Apolda 1946 bis 1955

In der sowjetischen Besatzungszone wurden die Bestimmungen des Potsdamer Abkommens genau eingehalten. Die Direktive Nr. 23 des Alliierten-Kontrollrates öffnete den Weg zum Neuaufbau einer antifaschistisch-demokratischen Sportbewegung. Darin wurde festgelegt:

1. Alle, vor der Kapitulation in Deutschland bestehenden sportlichen, militärischen oder                          paramilitärischen athletischen Organisationen (Klubs, Vereinigungen, Anstalten und andere    Organisationen) sind bis zum 1. Januar 1946 aufzulösen.

4. Das Bestehen nicht militärischer Sportorganisationen örtlichen Charakterts auf deutschem Gebiet    ist gestattet. Diese Organisationen dürfen das Niveau des Kreises nicht übersteigen. Jede neu       gegründete sportliche Organisation örtlichen Charakters bedarf der Genehmigung  der örtlichen       Besatzungsbehörde und untersteht der Aufsicht dieser Behörde.

5. Die Zonenbefehlshaber in Deutschland sind mit der Durchführung der Bestimmungen dieser             Direktive beauftragt.

                                   „Ausgefertigt in Berlin 17. 12. 1945“

Angehörige der „Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit“ riefen die Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeitersportorganisationen und die antifaschistischen Sportler aus den bürgerlichen Verbänden in einem offenen Brief zur Zusammenarbeit auf der Grundlage der antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung des Sports auf. Es war Gebot der Stunde, eine Sportbewegung aufzubauen, die frei von nazistischen und militärischen Einflüssen ist, nach freien, demokratischen Grundsätzen gebildet, verwaltet und geführt wird, die ein körperlich und geistig gesundes Volk erzieht, die den friedlichen Wiederaufbau mit allen Kräften fördert, die für den Frieden kämpft, die jeden antifaschistischen Kampf unterstützt.

Auch die Spielleute des ehemaligen TJA folgten diesem Ruf. Im Herbst 1946 waren fast alle Spielleute des TJA aus der Gefangenschaft zurück.

Unter der Leitung von Hermann Schäler wurden wieder Übungsstunden abgehalten. Man versuchte, aus den Besten der Apoldaer Turnerspielmannszüge einen leistungsfähigen Spielmannszug aufzubauen. In der nächsten Zeit stießen noch Spielleute aus den ehemaligen Zügen der „Freien Turner“ der benachbarten Dörfer zum Zug. Am 1. Mai 1947 trat dieser Zug, auf Wunsch des FDGB, das erste Mal zur Maidemonstration in Apolda auf.

In der Folgezeit kam es zu Unstimmigkeiten, welcher Sportvereinigung man sich anschließen sollte. Einige Funktionäre aus ehemaligen pro-bürgerlichen Vereinen hatten wieder Funktionen in der Sportvereinigung Motor und Fortschritt Die Spielleute weigerten sich, mit diesen Leuten zusammenzuarbeiten. Dazu kommt noch, dass Hermann Schäler aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr mitarbeiten konnte, Die Übungsstunden wurden immer unregelmäßiger durchgeführt und kamen zum Erliegen. Bis 1955 gab es ständig Bemühungen, einen spielfähigen Zug aufzubauen. Ein weiterer Anlauf wurde im Sommer 1955 unternommen.

Der Anlass war ein Ständchen, das einem langjährigen Spielmann anlässlich seiner „Goldenen Hochzeit“ gebracht werden sollte. Die Spielleute des ehemaligen TJA, Rudolf und Fritz Bierögel, Kurt und Willy Bastian, Gerhardt und Paul Lange, Kurt Anhalt, Karl Kern und Walter Jäger trafen sich am 17.Juli 1955 zum Goldenen-Hochzeits-Ständchen bei Karl Künzel. Im Anschluss traf man sich zum Bier im „Sock“ (Gaststätte „ Zum Grönland“). Im Ergebnis der Gespräche erklärten sich 7 Spielleute bereit, wieder einen Zug aufzubauen. Die Spielleute Walter Jäger und Karl Kern lehnten die Wiederaufnahme der aktiven Tätigkeit aus Gesundheitsgründen ab. Willy Bastian wurde mit der organisatorischen Vorbereitung betraut.

Am 1.8.1955 wurden die Spielleute Kurt Anhalt, Kurt und Willy Bastian, Fritz und Rudolf Bierögel, Gerhardt und Paul Lange, Helmut Schröder, Otto Hasenbein und am 1.9.1955 Alfred Elsner Mitglieder der Sportvereinigung der Staatsorgane. Der erste öffentliche Auftritt war das Wohnbezirksfest in der Westsiedlung. Der zweite Auftritt gemeinsam mit der ASW-Schalmeienkapelle am 2.9.1955 in der Teubner Straße zum Fest des WB 14.

Von diesem Zeitpunkt an war der Spielmannszug aus dem gesellschaftlichen Leben der Stadt Apolda nicht mehr wegzudenken. Der Spielmannszug war in der BSG Einheit Apolda keine selbstständige Sektion. Er gehörte als Übungsgruppe zur Sektion Turnen/Gymnastik der BSG. Noch viele Jahre danach gehörten die jungen Spielleute des Zuges zu den aktiven Turnern in der männlichen Jugendriege der Sektion. Der Übungsbetrieb des SZ erfolgte freitags auf dem Sportplatz „Aue“, die Turner übten in der Turnhalle der EOS-Apolda, im Sommer auch auf dem Sportplatz Aue.

An der Errichtung und dem Ausbau der Sportstätte Aue zur heutigen „Georgie-Dimitroff-Kampfbahn“ haben die Spielleute und Mitglieder der Sektion T/G großen Anteil. So wurde von den Turnern und Spielleuten im Rahmen des NAW die Aschenbahn, Hoch- und Weitsprunganlagen, ein kompletter Turnplatz sowie ein Teil des Hartplatzes geschaffen. Für diese Arbeit erhielten die Spielleute und Turner viele Auszeichnungen (siehe Ehrenbuch des SZ). Im Zusammenhang mit der Gründung des Spielmannszuges und der Sektion T/G muss Spfr. Roland Hübner erwähnt werden. Er hat viel Überzeugungsarbeit in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der BSG Einheit geleistet und durch seine organisatorischen Fähigkeiten zum Gelingen der Sache beigetragen.

 

Die Bekleidung des Zuges im Anfangsjahr bestand aus weißen Hemd mit Einheit-Emblem, schwarzem Binder, dunkler Hose. Ausrüstung und Instrumente waren noch ausreichend aus den Beständen der ehemaligen Züge der Freien Turner Apolda und dem Jahnbund Apolda vorhanden. Die beiden öffentlichen Auftritte des SZ und die unermüdliche Werbearbeit von W. Bastian brachten neue Mitglieder zum Spielmannszug. Die Übungsstunden waren rege besucht.
Die ersten Lehrlinge des neuen Zuges waren die Schüler Klaus Klemm, Martin Wilke und Hartwig Bastian. Der erste Ausbilder für den Nachwuchs war Rudolf Bierögel. Die Übungsstunden für den Nachwuchs wurden noch in der Küche von Willy Bastian durchgeführt.

Die erste Leitung des Spielmannszuges:
Leiter und Stabführer:                          Paul Lange
Stellv. für Organisation und Kassierer:  Willy Bastian
Schriftführer des SZ:                                        Rudolf Bierögel

Die Spielleute waren auch die ersten Mitglieder der Sektion T/G.

Die Turnerinnen und Turner begannen sich erst 1956 zu organisieren und nahmen im September 1956 den Übungsbetrieb auf.

Die Leitung der Sektion Turnen/Gymnastik 1956
Sektionsleiter:                                                             Leni Bastian
Stellvertreter:                                                              Ilse Milde
Org.-Leiter SZ u. Hauptkassierer:                               Willy Bastian
Stabführer SZ:                                                 Paul Lange
Kassierer SZ:                                                              Willy Bastian
Kassierer Turner:                                                        Jutta Krauser
Turnwart d. Sektion:                                                    Otto Lauer

Repertoire des SZ d. BSG Einheit 1955
1. „Das Locken“
2. „Parademarsch in den Zügen“
3. „Liebetrau – Das Lieben bringt groß Freud“
4. „Torgauer Marsch“
5. „Junges Blut“
6. „Hoch Heidecksburg“


10. Chronik des Spielmannszuges in der BSG Einheit 1956 bis 1961

In den Wintermonaten arbeiteten die 10 Mitglieder sehr eifrig an der Gewinnung neuer Spielleute und deren Ausbildung. In der Jahresabschlussversammlung 1955 stellten sich die Leitungsmitglieder die Aufgabe, dass jeder Spielmann einen neuen Spieler gewinnt. Diese Aufgabe wurde übererfüllt. Bereits am 1.Mai 1956 trat der SZ mit einer Spielstärke von 15 aktiven Spielleuten an.

Mit viel Eifer, Erwartungen und Optimismus erfolgten die Vorbereitungen zum 1. Wettkampf unter der Regie der Sportvereinigung Einheit in Wurzen. Mit Hilfe und Unterstützung  der Volkspolizei bekam der SZ blaue Hosen und Jacken, mit denen eine einheitliche Kleidung aus dem Boden gestampft wurde. Die Märsche wurden bis zur Perfektion geübt, das Musikexerzieren wurde gewissenhaft durchgeführt, und man war der Meinung, dass damit nun nichts mehr passieren kann. Der Zug musste nun unbedingt mit einem  der vorderen Plätze abschneiden. Am 13.05.1956 traten  dann die Spielleute von Apolda zum 1. Wettkampf in ihrer Geschichte an:

Paul Lange
(Leiter)

Tamboure                                                                   Hornisten
Willy Bastian, Willy Hertrich                                        Kurt Bastian, Kurt Anhalt
Alfred Elsner, Hans Ollik                                             Helmut Schröter, Gerhardt Lange
Fritz Bierögel, Walter Poser                                        Otto Hasenbein, Rudi Bierögel,
                                                                                  Werner Adlung

Als Pflichtmarsch wurde „Groß-Berlin“ und als Kürmarsch „Hoch Heidecksburg“ gespielt. Die Gesichter der Apoldaer Spielleute wurden lang, als die Bewertung bekannt gegeben wurde. Es war der letzte Platz von 5 am Wettkampf beteiligten SZ. Die musikalische Leistung wurde mit gut bewertet.
Negativ wurden folgende Punkte bewertet:

- Der Leiter hat mitgespielt, anstatt mit dem Stab zu taktieren.
- Der Zug hatte kein Schlagzeug, also keine Pauke und Becken..
- Der Zug spielte ohne Lyra.
- Der Zug hatte keine weiße Wettkampfbekleidung.
- Die Titel wurden nicht notengerecht gespielt. P. Lange hatte Vereinfachungen eingebaut und manche Stelle umgeändert.
- Kein einheitliches Koppelzeug. Die Tamboure hatten noch die Knieleder umgeschnallt.

Der SZ hatte zwar den letzten Platz, bekam aber von der zentralen Leitung  der Sportgemeinschaft Einheit zur Siegerehrung den größten Geldbetrag überreicht. Von der SV-Einheit bekam der SZ 500,- M. Das Amt für Körperkultur und Sport des Kreises Apolda übergab dem Zug 560,- M für 16 weiße Hosen. Eine solche Unterstützung von staatlicher Seite hatten die Spielleute noch nie erfahren.

Noch im gleichen Jahr wurden zur Komplettierung der Ausrüstung für 1.956,- M gekauft:

1 Pauke, 1 Paar Becken, 2 Lyren, 1 Trommel, 2 Hörner, 10 Koppel.

Der SZ der BSG Einheit Apolda führte 16 Spieleinsätze durch.

Im Dezember 1956 hatte der SZ 20 aktive Spielleute. Übungsleiter für die Pfeifer ist Rudi Bierögel, für die Tamboure Willy Bastian.

Die Übungsstunden für den Nachwuchs wurden freitags von 17.30 – 19.00 Uhr, für die aktiven Spielleute von 19.00 – 22.00 Uhr durchgeführt.

Die Übungsstunden sind im Jahresdurchschnitt mit 14 Mann besucht.

Der 1. Lyra-Spieler des SZ ist Dieter Schönemann
Der 1. Pauker – Otto Lauer
Der 1. Beckenschläger – Karl Abbe.

Der SZ leistete 1956 insgesamt 580 Stunden gesellschaftliche Arbeit.

04.01.1957- Jahreshauptversammlung

- Die Spielleute werten das alte Jahr aus und beschließen die Teilnahme am I. Bezirkswettkampf der   Spielleute in Erfurt. Pflichtmärsche sind „Groß-Berlin“ und „Gruß aus der Heide“

- Es wird folgende Leitung gewählt:

   Als 1. und technischer Leiter:                                    Paul Lange
          Stellvetreter:                                                                  Erich Hofmann
          Schriftführer:                                                                 Rudi Bierögel
          Kassierer:                                                                     Willy Bastian
          Gerätewart und Organisation                                        

01.05.1957 – Der SZ führt den 1. Mai-Umzug in Apolda an.
08.05.1957 – Der SZ der BSG Einheit Apolda ehrt die Opfer des Faschismus
                      und des Krieges.
05.10.1957 – Der SZ fährt zum 1. Bezirksausscheid der Spielmannszüge nach Erfurt und belegt mit                          1,25 Punkten Rückstand den 2. Platz vor Tambach-Dietharz.
                      Gesamtpunktzahl: 47,5 Punkte

- Zur Porstendorfer Platte wird eine Turnfahrt durchgeführt. Daran beteiligt sich die gesamte    Sektion Turnen/Gymnastik
- 1957 führte der SZ 22 Spieleinsätze und 43 Übungsstunden mit durchschnittlich 16 Mann     Beteiligung durch.
- Das Repertoire des SZ setzt sich aus 3 Musikmärschen, 3 Fanfarenmärschen, 2 Hornmärschen in    B und aus 7 Pfeifermärschen zusammen.
- 1957 leistete der SZ 840 Stunden gesellschaftliche Arbeit.

01.01.1958 – Der  DTSB übernimmt alle Geschäfte der SV, der SZ hat 27 aktive Mitglieder

März 1958 – Erich Hofmann übernimmt nach der Abmeldung von Paul Lange die Stabführung und                          die Leitung des Zuges. P. Lange scheidet nach 50jähriger Tätigkeit als Spielmann aus.

- Der Spielmannszug leistete im Jahr 1958   473 Stunden im NAW beim Ausbau des Sportplatzes in   der Aue.
- Am 30.08.1958 wird in Apolda ein Ausscheid der Spielmannszüge organisiert. Teilgenommen                      haben die Züge aus Zeitz, Niederroßla und Apolda. Der Wettkampf fand auf dem Marktplatz statt.         Er fand großen Anklang bei der Apoldaer Bevölkerung. Die Einnahmen betrugen 279,70 M. Die    Ausgaben 124,- M. und somit ein Überschuß von 155,- M.
- Der Zug beteiligt sich am 2. Bezirksausscheid und belegt vor Luisenthal den 2. Platz.

- Sportfreund Harry Kowsky besucht vom 20. bis 31.10.1958 mit Erfolg einen Stabführerlehrgang.

- Die Ausrüstung des SZ erreicht 1958 einen Wert von 4.768,44 DM.

- Die Märsche „Abschied der freien Turner“ und „Nordlandmarsch“ werden neu einstudiert.

- Mit 6 Schülern werden ab September 1958 Übungsstunden durchgeführt.

- 1958 wurden 32 Spieleinsätze und 50 Übungsstunden  durchgeführt und somit 851 Stunden             gesellschaftliche Arbeit geleistet.

- 1959 wird eine dritte Lyra (einreihig) angeschafft.

- Pro Spielmann werden im Jahr 15 Stunden im NAW geleistet, insgesamt 422 Stunden beim Ausbau der „Georgie-Dimitroff-Kampfbahn“.

- März 1959 – De Übungsmarsch wird nach Oberndorf durchgeführt.

- Beim Bezirksausscheid in Erfurt am 12.07.1959 belegt der SZ einen 2. Platz.

- Der SZ nimmt am III. Deutschen Turn- und Sportfest in Leipzig teil. Beim DDR-Ausscheid der        Spielmannszüge belegt der SZ der BSG Einheit den 36. Platz.

- Beim Betriebssportfest der BSG belegt die Kegelmannschaft des SZ den II. Platz und die     Mannschaft im Sportschießen den 5. Platz von 11 Mannschaften.

- Von den 6 Schülern, die sich in der Ausbildung befanden, ist nach den Sommerferien keiner wiedergekommen. Dem SZ fehlt der Nachwuchs.

- Im Jahr 1959 wurden 44 Übungsstunden mit durchschnittlich 18 Mann Beteiligung und 22    Spieleinsätzen durchgeführt. Insgesamt wurden 1.219 Stunden gesellschaftliche Arbeit im Jahr         geleistet.
- 10 Spielleute erwarben das Sportabzeichen  der DDR

- Der „Fichtemarsch“ und „Gruß an die Heimat“ wurden einstudiert.

- Am 15.04.1960 wird  der Übungsmarsch nach Utenbach durchgeführt.

- Anlässlich des 5jährigen Bestehens des SZ wird in Apolda der 2. Wettkampf durchgeführt. Die         Unterkunft der Züge erfolgte im Internat der Ingenieurschule.
   Am 03.07.1960 traten 5 Züge zum Wettkampf auf dem Marktplatz an. Der Überschuss aus den      Einnahmen des Kartenverkaufes betrug 140,- M.

- Gemeinsam mit der Sektion Turnen/Gymnastik wird ein Kostümfest und eine Herrenpartie    organisiert.

- Am 03.07.1960 wird die „Georgie-Dimitroff-Kampfbahn“ in der Aue eingeweiht.

- 13. - 14.08.1960 Bezirkswettbewerb in Sömmerda
   Der SZ der BSG Einheit Apolda belegt den 2. Platz.

- Im Dezember 1960 findet das Stiftungsfest mit den Feierlichkeiten zum 5jährigen Bestehen statt.

- 27 Spieleinsätze, 2.2.70 Stunden gesellschaftliche Arbeit werden 1960 geleistet.

- Im NAW leistet der Zug 194 Stunden.

- 22 Sportfreunde erfüllen die Bedingungen für das Sportabzeichen der DDR „Bereit zur Arbeit und    Verteidigung der Heimat“.

- Das „Sturmlied der Freien Turner und der Hornmarsch“ von Erich Hofmann in B werden neu           einstudiert.

- Der Übungsmarsch Karfreitag 1961 wird zur „Wienerburg“ durchgeführt.

- Die BSG „Empor Apolda“ und die BSG „Chemie Apolda“ schließen sich im Frühjahr 1961 zusammen. Der Spielmannszug wird mit 25 Mitgliedern in die neue BSG „Chemie Apolda“ übernommen.
Der Wert der Ausrüstung des SZ beträgt mit der Übernahme 5.742,82 M.

Der SZ konnte auf fünf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Die Spielleute wurden anerkannter und fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens der Stadt Apolda. Der Zug erfuhr eine bisher nie gekannte Unterstützung von staatlichen Stellen.



11. Chronik des Spielmannszuges in der BSG „Chemie Apolda“ 1961 bis 1966

- Auch in der BSG „Chemie Apolda“ ist der SZ noch keine selbständige Sektion; er gehört auch in     dieser BSG zur Sektion Turnen/Gymnastik.

- Übungsstunden des SZ werden weiterhin in den Umkleideräumen der Georgie-Dimitroff-     Kampfbahn durchgeführt.

- Der Sportplatz „Höhe“ wird zur W.-Seelenbinder-Kampfbahn ausgebaut. Im NAW hat der SZ        keine Verpflichtung übernommen, da der Umbau durch eine Firma durchgeführt wurde. Der SZ     leistete aber trotzdem 131 Stunden im Jahre 1961 auf der neuen Wettkampfstätte.

- Am 23.07.1961 findet der Bezirksausscheid in Sömmerda statt. Der SZ der BSG „Chemie              Apolda“ belegt den 2. Platz.

- Beim Betriebssportfest der BSG „Chemie Apolda“ beteiligt sich der Zug mit einer     Schießmannschaft und belegt den 1. Platz in der Mannschaftswertung sowie den 1. - 3. Platz in       der Einzelwertung.
   Der Mannschaft gehörten an: Kurt Fuchs, Fritz Bierögel, Karl Peisker, Günter Pfennig, Ernst            Rosenkranz und Willi Große.

- Im Kreisfachausschuss T/G wird eine Arbeitsgruppe „Spielmannszüge“ gebildet. Der AG  gehört      je ein Vertreter der SZ von Niedertrebra, Niederroßla und BSG „Chemie Apolda“ an. Vertreter der   BSG „Chemie Apolda“ ist Willy Bastian. Der KFA beschließt die Unterstützung der anderen Züge    durch den SZ der BSG „Chemie Apolda“.
- Alle aktiven Spielleute erfüllen 1961 die Bedingungen für das Sportabzeichen der DDR. Zwei           Sportfreunde erfüllten den Wiederholungsanhänger in Silber und 7 Sportfreunde in Bronze.

- Der „Vorwärtsmarsch“ wird neu einstudiert.

- 1961 werden 47 Übungsstunden, 34 Spieleinsätze und insgesamt 1.485 Stunden gesellschaftliche     Arbeit geleistet.

- Spielmann Hartwig Bastian wird in feierlicher Form zu den bewaffneten Organen der DDR   verabschiedet. In der Folgezeit wird es im SZ zur Tradition, dass die jungen Spielleute sich zu           einer längeren Dienstzeit verpflichten.

- Der Übungsmarsch 1962 wird nach Wickerstedt durchgeführt. Zielstellung sollte es sein, den            Wickerstedter Zug wieder zu aktivieren.

- Für das IV. Deutsche Turn- und Sportfest verkauft der SZ 200 Lose.

- Zum Betriebssportfest der BSG „Chemie Apolda“ am 16.06.1962 gewinnt die Mannschaft des SZ zum 2. Mal den Schießpokal der BSG.

- Bezirksmeisterschaften vom 30.06. - 01.07.1962 in Erfurt, der SZ belegt den 2. Platz.

- Spielmann Otto Lauer ist verstorben.

- Im NAW wurden vom SZ im Jahr 1962   477 Stunden geleistet. An gesellschaftlicher Arbeit            wurden 1.303 Stunden geleistet.

- Zum Jahreswechsel 1962/63 beträgt der Wert der Ausrüstung 9.000,- M.

- Die erste Kreisübungsstunde wurde von der AG „Spielmannszüge“ des KFA – T/G am Karfreitag    1963 ausgeschrieben. Sie wurde im Sportlerheim der BSG „Traktor Niedertrebra“ durchgeführt.       Beteiligt haben sich daran der SZ von Niedertrebra und „Chemie Apolda“.

- Der SZ bereitet sich auf das IV. Turn- und Sportfest der DDR in Leipzig vor. Dafür werden auch      Sonderübungsstunden an Sonntagen durchgeführt.

- In der Zeit vom 30.07. bis 05.08.1963 beteiligt sich der SZ im IV. Turn- und Sportfest in Leipzig.    Beim DDR-Ausscheid der Spielmannszüge belegt der SZ der BSG „Chemie Apolda“ den 27.            Platz.

- Beim Bezirksausscheid in Erfurt am 23.05.1963 belegt der Zug den 3. Platz.

- Der Schießpokal der BSG „Chemie Apolda“ wird anlässlich des Betriebssportfestes 1963 zum 3.    Mal gewonnen und geht so in den Besitz des Spielmannszuges über.

- Die Märsche „Internationale“ und der „Altmeistermarsch“ werden neu einstudiert.

- Spielmann Ernst Rosenkranz wird ein Ständchen anlässlich seiner 50jährigen Mitgliedschaft im          Arbeitersport gebracht.

- Zu Spieleinsätzen war der SZ im Jahr 1963 insgesamt 36 Mal, dabei wurden 2.728 Stunden            gesellschaftliche Arbeit geleistet. Im NAW leistete der Zug 195 Stunden.

- Am 10.11.1963 verstarb Spielmann Werner Adlung. Der SZ nahm geschlossen an der Beerdigung   in Wickerstedt teil.

- Durch die neue Sportplatzverteilung wird die Übungsstunde ab 10.04.1964 auf der Werner- Seelenbinder-Kampfstätte in der Niederroßlaer Str. durchgeführt.

- 17 Schüler der Bergschule nehmen die Ausbildung auf. Als Ausbilder arbeiten: Erich Hofmann,         Waldemar Reinicke und Hartwig Bastian.

- Als Übungsleiter bei den Erwachsenen arbeiten für die Hornisten Erich Hofmann, die Tamboure        Alfred Elsner.

- Anlässlich des Übungsmarsches nach Niedertrebra werden die „Jubelklänge“ das erste Mal in der    Öffentlichkeit  vom  SZ der BSG „Chemie Apolda“ gespielt.

- 15.05. bis 19.05.1964 – Der SZ beteiligt sich am Deutschlandtreffen der Jugend in Berlin.

- 13.06. bis 14.06.1964 – Bezirksausscheid in Sömmerda, „Chemie Apolda“ belegt den 3. Platz

- 11 Spielleute erwerben das Mehrkampfabzeichen der GST.

- Der SZ leistet 99 Stunden Arbeitseinsatz auf der „WSK“, in der Hauptsache beim Ausbau des         neuen Umkleidehauses.

- Der SZ hat im Dezember 1964   23 aktive Mitglieder, die bei 30 Spieleinsätzen 3.227 Stunden        gesellschaftliche Arbeit geleistet haben.

- Der Übungsmarsch 1965 wird nach Oberrooßla durchgeführt. Dort ist ein Spielmannszug der           FFW im Aufbau. In der Folgezeit unterstützt der SZ der BSG „Chemie Apolda“ die FFW Oberroßla mit Erich Hofmann und Alfred Elsner als Ausbilder.

- Die Übungsstunden mit den Schülern werden eingestellt. Von den 17 Schülern sind 3 geblieben         und wurden als aktive Spielleute am 1. Mai in den Zug eingeführt.

- Am 12.05.1965 wird Paul Lange 70 Jahre. Die Spielleute bringen ihrem ehemaligen Leiter ein          Ständchen.

- Der Bezirksausscheid wird vom SZ der BSG „Chemie Apolda“ nicht besucht, da 6 Spielleute          Urlaubsplätze gebucht hatten und der Zug nicht konkurrenzfähig war.

- Die Feierlichkeiten zum 10jährigen Bestehen des SZ finden am 26. und 27.06.1965 statt. Dazu        war der SZ „Medizin Mühlhausen“ eingeladen. Es fand ein gemeinsames Platzkonzert statt. Als         Ehrengeschenk überreicht der SZ „Mühlhausen“ eine Standplakette.

- Beauftragt durch die AG SZ im KPA – T/G arbeiten Ausbilder des SZ der BSG „Chemie“ in            Niederroßla, Niedertrebra, Wickerstedt und Oberroßla. Es beginnt ein jahrelanger Kampf um die    Erhaltung dieser Züge.

- Die jährliche finanzielle Unterstützung des Spielmannszuges durch die Trägerbetriebe der BSG „       Chemie“ beträgt u00,- M.
   Die zentrale Leitung des STSB unterstützt den SZ bei der Beschaffung der Wettkampfbekleidung.

- Die Bilanz nach 10 Jahren aktiver gesellschaftlicher und sportlicher Tätigkeit bei politischen und        sportlichen Höhepunkten im Kreis-, Bezirks- und Republikmaßstab sind 15.140 Stunden             gesellschaftlicher Tätigkeit. Die Spielleute des SZ der BSG „Chemie Apolda“ betrachten diese            geleistete Arbeit als ihren Beitrag zur Stärkung der Deutschen Demokratischen Republik.

- Das Kollektiv des SZ der BSG „Chemie“wird in Anerkennung seiner geleisteten  Arbeit mit der „     Goldenen Ehrennadel der Nationalen Front der DDR“ ausgezeichnet, verbunden mit einer     Geldprämie von 200,- M.

- Am 05.11.1965 wird Splm. Klaus Klemm zur NVA verabschiedet.

- Im Ausbildungsjahr 1965/66 wird verstärkt das Problem der Nachwuchsgewinnung in Angriff           genommen. Auf Anregung von Splm. Otto Kipka wird jeder ausscheidende Spielmann             verpflichtet, einen Nachfolger zu gewinnen.

- In der Hauptversammlung des SZ setzen sich die Spielleute mit dem Besuch der Übungsstunden       auseinander Diese sind in der Regel nur noch zu ca. 60 % besucht.
   Als Gründe für den schlechten Besuch werden angegeben:
   - Besuch der Volksh.ochschule
   - Schichtarbeit
   - Vorbereitungen zur Faacharbeiterprüfung

- Die Spfr. Alfred Elsner und Karl Peisker besuchen mit Erfolg einen Kampfrichterlehrgang in Mühlhausen.

- Der Übungsmarsch 1966 muss wegen starkem Regen ausfallen.

- Der Bezirksausscheid 1966 wird aus organisatorischen Gründen nicht durchgeführt.

- Der Pflichtmarsch „Grüße aus Dortmund“ wird neu einstudiert.

- Am 03. und 04.09.1966 beteiligt sich der SZ an den Festlichkeiten der „Mühlhäuser Kirmes“.

- 1966 wurden 21 Spieleinstätze durchgeführt und dabei 1.052 Stunden gesellschaftliche Arbeit          geleistet.

- Als Ausbilder beim Nachwuchs wirkten

   Die Hornisten: Rudi Bierögel und Kurt Bastian
   und
   Tambour:          Alfred Elsner

- Die BSG „Chemie Apolda“ und die TSG Apolda schließen sich zusammen.
   Die neue BSG heißt:

                                               TSG - „Chemie Apolda“

Repertoire des SZ der BSG „Chemie Apolda“

Pfeifermärsche:

- Altmeistermarsch
- Grüße aus Dortmund
- Jubelklänge
- Internationale
- Vorwärtsmarsch
- Sturmlied der Freien Turner
- Fichtemarsch
- Gruß an die Heimat
- Abschied der Freien Turner
- Nordlandmarsch
- Hoch Heidecksburg
- Groß-Berlin
- Gruß aus der Heide

Hornmärsche:

- B -     Bogenmarsch v. Erich Hofmann
- Hoch-Hamburg
- Musikmarsch „Old-Drö“


Fanfarenmärsche:

- Jahnklänge
- Posthornklänge
- Einheit-Marsch
- Musikmarsch „Ferbeliner Reitermarsch“
- Musikmarsch „Militärmarsch Nr. 3“


12. Der Spielmannszug in der Betriebssportgemeinschaft TSG „Chemie Apolda“  - 1967 bis 1975 -

- Mit der Übernahme in die TSG „Chemie Apolda“ besteht der Spielmannszug aus 22 aktiven            Mitgliedern.

- 21.06.1967 – Der Arbeitersportler und Spielmann Ernst Rosenkranz erhält ein Ständchen zum
   70. Geburtstag.

- Bezirksmeisterschaften in Dingelstädt am 10. und 11.07.1967
   Der SZ der TSG „Chemie Apolda“ belegt den 1. Platz und erreicht den Aufstieg in die         Leistungsklasse I der Spielleute der DDR, mit der Berechtigung, am Aufstiegswettkampf zur             Sonderklasse teilzunehmen.

- Sechs Spielleute der TSG „Chemie Apolda“ beteiligen sich an der Bezirksübungsstunde in    Seebergen.

- Die blaue Uniform wird noch einmal mit 15 Jacken aufgefüllt. Der Gesamtwert der Bekleidung         und Ausrüstung beträgt 9.554,60 M.

- Mit den Neuwahlen der Sektionsleitungen wird der SZ von der Sektion T/G getrennt. Zur    Wahlversammlung des SZ am 26.11.1967 erhält der SZ den Status einer selbstständigen Sektion.
   Im Ergebnis dieser Versammlung wird ein dreijähriger Perspektivplan zur Entwicklung des SZ          beschlossen. Zu den Hauptaufgaben dieses Perspektivplanes gehören:

- Sicherstellung der politisch-ideologischen Arbeit im SZ

- Durch intensive Trainingsarbeit den Klassenerhalt in der Leistungsklasse I sichern.

- Die Nachwuchsarbeit unter Mithilfe aller Sportfreunde sicherstellen und einen           Nachwuchsspielmannszug aufbauen.

- Den Übungsstundenbetrieb auf diese Zielstellung ausrichten und nach einem Übungsplan arbeiten.

- Zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit einen Schaukasten des Spielmannszuges in der    Bahnhofstraße einrichten.


Die Leitung der Sektion Spielmannszug der TSG lt am „Chemie Apolda“, gewählt am 26.11.1967

Sektionsleiter u. Stabführer:                                                     Harry Kowsky
Stellv. Sektionsltr. u. Übungsleiter Hornisten:                Erich Hofmann
Kassierer und Zeugwart:                                                         Willy Bastian
Schriftführer:                                                                           Rudolf Bierögel
Mitgl. Der Leitung und Übungsleiter Tamboure:                       Alfred Elsner

- Übungsstunden finden auf der Werner-Seelenbinder-Kampfbahn statt. Der Marsch „Frohe   Menschen“ wird einstudiert.

- 17 Spieleinsätze wurden 1967 durchgeführt und dabei insgesamt 993 Stunden gesellschaftliche         Arbeit geleistet.

- Ab 1968 lesen 7 Sportfreunde die Zeitschrift der Spielleute „der tambour“.

- Hornist Waldemar Reinicke wird zur NVA verabschiedet.

- Die Bezirksmeisterschaften fanden am 26.05.1968 in Gotha statt. Der SZ der TSG „Chemie            Apolda“ erreicht in der LK I den 1. Platz.

- Die DDR-Bestenermittlung in der LK I fand am 08.07.1968 in Rostock statt. Sie wurde vom SZ     der TSG „Chemie Apolda“nicht besucht, da 50 % der Spielleute in Urlaub waren. Weiterhin war             die BSG nicht bereit, die Unkosten für die Beteiligung an der Meisterschaft zu tragen. Der SZ             wurde wegen Nichtbeteiligung disqualifiziert und in die LK II zurück gestuft.

- 1968 wurden 19 Spieleinsätze mit 1.023 Stunden gesellschaftlicher Arbeit geleistet.

- Der „Fliegermarsch“ wird neu einstudiert.

- Der SZ bereitet sich auf das V. Turn- und Sportfest des DTSB in Leipzig vor.

- Die Übungsstunden werden in der Friedrich-Engels-Schule durchgeführt.

- Am 18.05.1969 fanden in Mühlhausen die Bezirksmeisterschaften statt. Der SZ TSG
   „Chemie Apolda“ belegte den 2. Platz.

- Beim Sportfest in Leipzig wird der SZ beim Übungsverband Musikschau eingesetzt, die erstmalig     1969 durchgeführt wird.

- Für das Sportfest erhält der Zug neue Bekleidung und Lederzeug.
   Das braune Koppelzeug, bestehend aus:

   Braunem Lederkoppel mit Schnalle
   Brauner Horn- und Pfeifentasche
   DTSB-Trommelhaken und Tragegestell

   wird neu eingeführt. Dazu werden erstmalig für die Spielleute einheitlich blaue Jacken            ausgegeben.     Die Kosten für die Ausrüstung trägt der Rat der Stadt Apolda mit 1.700,- M. Die       Kosten für die grauen Dederon-Hosen werden von jedem Spielmann selbst getragen.
- Bei 22 Spieleinsätzen leistete der SZ 1969 2864 Stunden gesellschaftliche Arbeit.

Aufstellungsplan des SZ 1969

 

H. Kowsky

(Stabführer)

 

D. Schönemann                                                                                  G. Pfennig

   (Lyra)                                                                                                    (Lyra)

 

   Tamboure                                                                                        Hornisten

E. Müller; F. Bierögel                                                              R. Bierögel;      E. Hofmann

A. Elsner; R. Theile                                                                 K. Bastian;       O. Kipka

W. Elsner; H. Bojarra                                                             A. Knoch;        K. Klemm

                                                                                                                      H. Bastian

 

            H. Orzol                                                                                 G. Facklam

            (Pauke)                                                                                    (Becken)

 

- Das Jahr 1970 wird zu einem Höhepunkt in der Geschichte der Spielleutebewegung der Stadt          Apolda.
   Die ersten DDR-Meisterschaften für Spielmannszüge der Sonderklasse des DTSB werden in           Apolda vorbereitet.  Alle Splm. werden mit Aufgaben zur Vorbereitung dieses großen Ereignisses    betraut.

- Bei den Bezirksmeisterschaften in Suhl am 13.6.1970 erreicht des SZ der TSG „Chemie“ den 1.      Platz und erwirbt gleichzeitig die höchste Punktzahl aller 3 Thüringer Bezirke, die sich     gemeinsam an diesem Wettkampf in der Leistungsklasse I beteiligten.

- Vom 3. bis. 5. Juli 1970 finden im „Neuen Stadion“ Apolda die ersten DDR-Meisterschaften der      DTSB-Sonderklasse-Spielmannszüge statt. Insgesamt sind 14 Spielmannszüge der Sonderklassen    mit 456 Teilnehmern angereist. Zu den Gästen gehörte auch der Stabführer des SZ des           Wachregimentes Obfw. Bodenstein. Dem Rat der Stadt Apolda, den Organisatoren und dem SZ-     Apolda wurde durch den Bundesvorstand des DTSB Dank und Anerkennung ausgesprochen.


- 3 Jugendliche aus dem Nachwuchs werden in den SZ übernommen. Damit konnten die Lücken        wieder aufgefüllt werden. Der SZ besteht aus 23 aktiven Mitgliedern.

- Bei 23 Spieleinsätzen wurden 1970 insgesamt 1573 Stunden gesellschaftlicher Arbeit geleistet.

- Am 26.02.1971 – Trauerfeier für Spielmann Willy Bastian. Der gesamte SZ nimmt zu Ehren des       verstorbenen Mitbegründers des SZ geschlossen an der Trauerfeier teil. 6 Splm. in Uniform tragen   den Sarg zur letzten Ruhestätte.

- Ab 1. Mai 1971 werden die neuen Sportfestjacken des DTSB ständig getragen. Es sind jetzt           ausreichend vorhanden. Bisher wurden diese nur zur zentralen Sportveranstaltung genutzt.


- Der Spielmannszug hat seine ersten 3 weiblichen Mitglieder. Es sind die Sportfreundinnen Silvia        Pfennig als Lyraspielerin und als Pfeifer Viola Horn und Gudrun Köttig.

- Teilnahme an den Bezirksmeisterschaften 1971 in Greiz, gemeinsam mit den Zügen der Bezirke        Gera und Suhl. Der SZ der TSG „Chemie Apolda“ erreicht den 1. Platz und wird Bezirksmeister.

- Im Sportjahr 1971 wurden bei 25 Spieleinsätzen insgesamt 1620 Stunden gesellschaftlicher Arbeit   geleistet.

- Am 02.12.1972 findet die Wahlberichtsversammlung der Sektion Spielmannszug statt. Hier wurden die Leistungen gewürdigt, die Rudi Theile bei der Ausbildung des Nachwuchses gezeigt          hat. Die Jugendlichen traten erstmals selbständig auf.

Im Ergebnis der Wahlberichtsversammlung wird folgende Leitung gewählt:

Sektionsleiter:                                                  Harry Kowsky
Stellvertreter:                                                   Dieter Schönemann
Kassierer:                                                       Rudolf Bierögel
Zeugwart:                                                        Hartwig Bastian
1.Übungsleiter Hornisten:                                 Klaus Klemm
1. ''                  Tamboure:                              Alfred Elsner

- Nach dem Tod von Willy Bastian wird die Bekleidung und Ausrüstung des SZ zeitweilig im Lager     des GST- Stützpunktes der WGO III, das sich auf dem Darrplatz befand, aufbewahrt.

- Das Jahr 1973 brachte eine Anzahl von großen gesellschaftlichen Ereignissen. Der SZ bereitete        sich auf die große Musikschau anlässlich der Weltfestspiele der Jugend in Berlin vor.

- Bezirksmeisterschaften fanden 1973 nicht statt. Dafür wurde in Vorbereitung der Weltfestspiele in     Nordhausen ein Tag der Bereitschaft durchgeführt. Im Ergebnis der Teilnahme wurde unser Zug in das Bezirkscorps der Spielleute des DTSB Erfurt aufgenommen.

- Während der X. Weltfestspiele erlebten die Apoldaer Spielleute erlebnisreiche Tage in der    Hauptstadt der DDR.

- Für das disziplinierte und klassenbewusste Auftreten des SZ bei den durchgeführten Veranstaltungen und die Beteiligung an der Musikschau des DTSB zu den X. Weltfestspielen der        Jugend in Berlin erhält der:

                        Spielmannszug der TSG „Chemie Apolda“

 

            ein Dankschreiben des DTSB BV Erfurt.

- Durch den Rat des Kreises Apolda wird dem

                        Spielmannszug der TSG „Chemie Apolda“

            der Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ zuerkannt.

- 1974 wurden wieder 3 neu ausgebildete Nachwuchsspielleute in den Zug übernommen. Damit         waren wiederum die Bemühungen, einen Nachwuchszug aufzubauen, nicht gelungen.

- An den Bezirksmeisterschaften 1974 nahm der SZ nicht teil. Zum Termin der            Bezirksmeisterschaften war der Zug nicht spielfähig. 7 Spielleute waren durch Urlaubsplätze bzw.    Dienst verhindert.
   Beim Aufstiegsturnier zur Sonderklasse im gleichen Jahr wurde der SZ wegen Nichtbeherrschung     der Pflicht disqualifiziert und in die LK II abgestuft.

- Durch die Entwicklung der Kombinate entstehen ISG. Es entsteht im DTSB-KV ein neuer    Strukturaufbau. Sektionen werden aus der TSG „Chemie“ bereits herausgezogen.

- Der SZ nimmt an den 15. Arbeiterfestspielen in Arnstadt teil. Der Vizepräsident des DTSB   übermittelt ein Dankschreiben für die gezeigte Einsatzbereitschaft des SZ der TSG „Chemie   Apolda“.

- Ebenfalls dankt der Rat des Kreises Apolda für die Einsatzbereitschaft des Spielmannszuges der       TSG „Chemie“ bei den 4.Kulturfesttagen des Bezirkes Erfurt, verbunden mit einer Geldprämie      von 450,- M.

- Auch für die Beteiligung an der Musikschau anlässlich des V. Turn- und Sporttages des DTSB          1974 in Berlin erhält der Spielmannszug der TSG Chemie ein Dankschreiben des Vizepräsidenten   des DTSB.

- Bei den Bezirksmeisterschaften in Luisenthal 1975 erreicht der SZ der TSG „Chemie“ den 2.Platz.

- 5 Jugendliche befinden sich in der Ausbildung. Die Ausbildung übernehmen R. Theile, Klaus Klemm und Achim Knoch.

- Im August 1975 löst sich die TSG „Chemie“ aufgrund der Umstrukturierung des KV auf. Neben      der ISG Apolda entsteht neu die SG „Obertrikotagen“ und die „Turn- und Sportgemeinschaft   Apolda“.


Repertoire des SZ der TSG „Chemie Apolda“

1. Pfeifermärsche
- Groß Berlin

- Gruß aus der Heide

- Sturmlied der Freien Turner

- Abschied der Freien Turner

- Grüße aus Dortmund

- Jubelklänge

- Frohe Menschen

- Flieger Marsch

- Schwarze Amsel

- Der kleine Tambour

- Nordlandmarsch

- Hoch Heidecksburg

- Geburtstagsmarsch

- Sportfestmarsch

2. Hornmärsche

- Hoch Hamburg

- Frohe Klänge

- B-Bogenmarsch v. E. Hofmann

3. Fanfarenmärsche

- Posthornklänge

- Jahnklänge

- Ferbeliner Reitermarsch (Musikmarsch)



13. Der Spielmannszug in der TSG Apolda ab 1975

- Mit der Gründung der TSG im Herbst 1975 besteht diese aus den Sektionen Kegeln,           Turnen/Gymnastik und Spielmannszug. Der Spielmannszug besteht zur Zeit der Übernahme aus          21 aktiven Mitgliedern.

- Im gleichen Jahr begeht der SZ der TSG Apolda sein 20-jähriges Bestehen in der sozialistischen       Sportbewegung der Deutschen Demokratischen Republik.

   Durch den Rat des Kreises Apolda, Abt. Kultur, wird der Spielmannszug der TSG Apolda mit         einer Ehrenurkunde und dem Titel „Ausgezeichnetes Volkskunstkollektiv“ ausgezeichnet.

- Im Kalenderjahr leistete der SZ 32 Spieleinsätze und damit 1280 Stunden gesellschaftliche Arbeit.

- 7 Schüler befinden sich ab September 1975 wieder in der Ausbildung.

- Bei den Bezirksmeisterschaften in Mellingen 1976 erreicht der SZ der TSG Apolda den 2.Platz.

- 5 Spielmänner werden in feierlicher Form während des Stiftungsfestes 1976 zur NVA           verabschiedet. Der Zug erreicht damit den niedrigsten Mitgliederstand seit 1956.

- Im Jahr 1976 werden dennoch 973 Stunden gesellschaftlicher Arbeit bei 22 Spieleinsätzen   geleistet.

- Die Übungsstunden werden in der „Karl-Wagner-Schule“ durchgeführt. Im Ausbildungsjahr 1976/77 ist das Hauptthema der Übungsstunde die Vorbereitung auf das VI. Turn- und Sportfest     der DDR. Das Notenmaterial kommt erst Mitte Januar. Es entstehen Schwierigkeiten bei der    Einstudierung des Programms.

- Die Bezirksmeisterschaften 1977 finden in Erfurt statt. In Vorbereitung des VI. Turn- und      Sportfestes wird das Sportfestprogramm für alle festgelegt. Der SZ der ISG Apolda bricht bei der   Aufführung dieses Programms völlig ein, da das vorgeschriebene Repertoire zu diesem Zeitpunkt    nicht völlig beherrscht wurde.

- Der SZ der TSG Apolda beteiligt sich mit einer Delegation von 7 Spielleuten am VI. Turn- und         Sportfest. 5 Spielleute vom FZ Oßmannstedt wurden kurzfristig ausgebildet und verstärkten die 7      Spielleute der TSG. Der 1. Kreissekretär der SED, Erwin Lorenz, sprach den beteiligten       Spielleuten Dank und Anerkennung für die gezeigten Leistungen beim VI. Turn- und Sportfest in Leipzig aus.

- Seit 20.12.1976 besteht ein Kreisfachausschuss Spielmannszüge im DTSB-Kreisvorstand; dem       KFA gehören Vertreter der FZ Oßmannstedt, ZLSG Wormstedt, SZ Wickerstedt, SZ Niederroßla   und der TSG Apolda an. Die TSG Apolda stellt mit Hans-Joachim Knoch den Vorsitzenden.

- Beim Kreisblasmusikfest im September 1977 zeigt der SZ der TSG Apolda wieder seine ganze        Leistungsbreite.

- Ab Dezember 1977 wird die Bekleidung des SZ erneuert. Der Zug erhält mit Unterstützung des       Rates der Stadt neue graue Hosen und blaue Jacken. Die Gesamtkosten betragen 6.000,-  M.         Davon werden 600,- M durch die Spielleute selbst getragen. Der Gesamtanschaffungswert der        Bekleidung und Ausrüstung des Zuges beträgt zum Jahreswechsel 14.320,- M.

- Bei 22 Spieleinsätzen leistete der Zug 1977 1.012 Stunden gesellschaftliche Arbeit.

- Der Leiter des SZ der TSG bittet alle Apoldaer Schulen durch ein Anschreiben um Unterstützung     beim Aufbau eines Nachwuchsspielmannszuges. Im Ergebnis melden sich 40 Schüler. Nach der    Vorauswahl nehmen im September 1977 23 Schüler die Ausbildung auf.

- Im Januar 1978 erreicht der Zug wieder eine Stärke von 21 aktiven Mitgliedern.

- Am 04.06.1978 fährt der Zug zu den Bezirksmeisterschaften nach Mühlhausen. Der SZ der TSG Apolda erreicht den 2. Platz.

Von den 23 Schülern beteiligen sich noch 5 am Übungsbetrieb. Die anderen sind abgesprungen.

- Der SZ der TSG Apolda erhält vom Nationalrat der Nationalen Front der DDR für seine Leistungen im Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit!“ Dank und Anerkennung ausgesprochen, unterzeichnet von Prof. E. Gorrens.

- Zum 110. Jahrestag der Apoldaer Freiwilligen Feuerwehr spielt der SZ am 20.05.1978.

- Durch die Mitarbeit im KFA festigt sich die Zusammenarbeit mit dem FZ Oßmannstedt. Beide Kollektive zählen zu den führenden Klangkörpern des DTSB im Kreis Apolda.

- Der SZ der TSG leistete im Jahr 1978 bei 22 Spieleinsätzen 912 Stunden gesellschaftliche Arbeit.

- Von dem 1977 begonnenen Schülerlehrgang werden 1 Tambour und 2 Hornisten in den Zug übernommen. Die Spielstärke beträgt 19 aktive Spielleute, da sich 2 abgemeldet haben und 3 noch bei der Armee befinden.

- Die Bezirksmeisterschaften werden 1979 nicht besucht. Der Zug benötigt eine Pause, um die Jugend an den Ausbildungsstand des Stammes des SZ heranzuführen. Wegen Nichtteilnahme wird der Zug wiederum disqualifiziert und in die Leistungsklasse III herabgesetzt.

- 17 Spielleute der TSG besuchen die DDR-Meisterschaft in Leipzig-Taucha.

- Im September 1979 beginnt ein neuer Lehrgang und es befinden sich 1 Lyra-Spielerin, 4 Tamboure und 5 Hornisten in der Ausbildung.

- Der SZ bewirbt sich um die Durchführung der 9. DDR-Meisterschaften der Sonderklassezüge für 1980. Die zentrale Spielleutekommission übermittelt die Bestätigung und die Arbeit zur Vorbereitung wird aufgenommen.

- Der SZ TSG Apolda führte 1979   25 Spieleinsätze mit 1.005 Stunden gesellschaftlicher Arbeit durch.

Spielaufstellung des SZ – TSG Apolda im September 1979

                                               Harry Kowsky
                                               (Stabführer)

            Dieter Schönemann                                         Petra Bierögel
                        (Lyra)                                                             (Lyra)

Tamboure:                                                                  Hornisten:

Rudi Theile, Steffen Hartel                                           Rudolf Bierögel, Erich Hofmann
Dietmar Georgie, Wolfgang Elsner                               Willy Große, Klaus Klemm

Kurt Fuchs                                                                 Jens Eisenack, Mario Heinemann
Hartwig Bastian                                                          Hans J. Arnd, Michael Heinicke

                        Alfred Elsner                                                   Mario Bastian
                        (Pauke)                                                           (Becken)

- Mit dem Ausbildungsjahr 1979/80 befindet sich der SZ im vollen Generationswechsel. Die Ausbildung der 10 Jugendlichen geht zügig voran, reicht aber noch nicht aus, um an einem Wettkampf teilnehmen zu können. Am 1. Mai 1980 werden diese Sportfreunde vorzeitig in den Zug aufgenommen. Damit erreicht der Zug wieder eine Spielstärke von 29 aktiven Mitgliedern.

- Die Bezirksmeisterschaften 1980 werden vom SZ der TSG Apolda nicht besucht. Der SZ wird disqualifiziert und in die allgemeine Klasse herabgestuft.

- Die 9. Meisterschafen der Spielmannszüge der Sonderklasse im DTSB der DDR vom 04.07. bis 06.07.1980 in Apolda werden für alle Beteiligten zu einem unvergesslichen Erlebnis. Trotz strömendem Regen bleiben die Zuschauer auf der Wettkampfstätte und zeigen so die Verbundenheit der Bevölkerung mit den Spielleuten. Die Organisatoren, die Leitung der TSG der KFA-Spielleute und alle Spielleute des SZ der TSG-Apolda zeigten hervorragende organisatorische Leistungen. Dafür wurde vom Zentralvorstand des DTSB der DDR Dank und Anerkennung ausgesprochen. Die durchgeführten Meisterschaften gaben auch den Spielleuten der TSG Apolda wieder Auftrieb.

In der Wahlversammlung des SZ – TSG Apolda am 04.10.1980 wird eine Arbeitsentschließung mit folgenden Hauptzielen verabschiedet:

- Verstärkung der politisch-ideologischen Erziehungsarbeit im SZ

- Erstellung eines Übungs- und Ausbildungsplanes durch den Techn. Leiter des SZ

- Planung des Zusammenwirkens mit den Musiklehrern der Schulen und Übungsleitern des SZ mit dem Ziel, einen Nachwuchszug aufzubauen

- Vorbereitung und Durchführung eines Trainingslagers zur Sicherstellung der BM 1981

- Einführung eines 2. Übungstages in der Woche

- Festlegung der Verantwortlichkeiten für die Ausgestaltung des Schaukastens des SZ in der Bahnhofsstraße

- Vom 03.12. bis 07.12.1980 wird in der Jugendherberge Bad Sulza das erste Trainingslager der Apoldaer Spielleute durchgeführt. Die Organisation liegt in der Hauptsache in den Händen von Hans-Joachim Knoch, dem Dank und Anerkennung gebührt. Ziel des Lehrganges ist es, die Märsche „Goldene Trompeten“, „Castalda“ und „Frisch voran“ zu festigen. Unterstützt wurde der Zug durch 4 Sportfreunde von Mühlhausen.

- Als 2. Übungstag wird für den Nachwuchs des SZ der Donnerstag festgelegt.

- Am 24. Mai 1981 beteiligt sich der SZ wieder an den Bezirksmeisterschaften. Sie werden in Oßmannstedt durchgeführt. Der SZ erreicht mit seiner neuen Mannschaft mit 41,30 Punkten den 3. Platz und aufgrund der Punktzahl den Aufstieg in die Leistungsklasse III des DTSB. Der durchgeführte Lehrgang macht sich positiv bemerkbar.

- Der Spielmann und Arbeitersportler Karl Peisker wird am 08.10.1981 zum  Ehrenmitglied des SZ ernannt.

Die Anforderungen an die Spielleute nehmen ständig zu. Es kommen immer mehr neue Musikstücke dazu. Die Jugend des SZ muss noch an den Signalhörnern ausgebildet werden. Um auch im Wettkampfjahr 1982 gut abzuschließen, wird noch im Oktober 1981 (19. bis 24.10.1981) ein Trainingslager in Mühlhausen von Spfrd. A. Knoch organisiert. Es nehmen vom SZ der TSG 19 Spfrd. teil. 5 waren dienstlich verhindert.
Einstudiert werden die Märsche „Frisch voran“, „Mit vereinten Kräften“ und „Jubelklänge“.
Im Jahr 1981 leistet der Spielmannszug 22 Einsätze.

Am 13. August 1981 wurde uns vom Stellv. des Bürgermeisters der Stadt Apolda, Herrn Stecher,
Verantw. f. Wohnungspolitik, ein freistehender Gewerberaum (ehem. Bäckerladen „Tille“) in der  Hermann-Duncker-Str. 1 zur Nutzung zugewiesen. Dieser Raum wurde von Mitgliedern des SZ in 150 NAW-Stunden renoviert.

Hier lagert seit Dezember 1981 die ganze Ausrüstung, Bekleidung sowie alle Unterlagen des SZ der TSG. Diese Ausrüstungsgegenstände lagerten bis zu diesem Zeitpunkt bei Karl Peisker in der Bodenkammer. Das zum Gewerberaum gehörende Schaufenster wird 2 Mal im Jahr neu ausgestaltet.

Das Jahr 1982 beginnt mit Delegierungen von Sportfreunden  zu zentralen Lehrgängen. Im Februar fuhren 2 Spfrd. nach Dessau und 4 Spfrd. nach Jena.

Die Spfrdn. Manuela Höhne nimmt mit Erfolg am Übungsleiterlehrgang teil (Stufe I).

Im Frühjahr werden die Übungsstunden verstärkt durchgeführt. Das Kollektiv fährt im Mai zu einem Wochenendlehrgang nach Buttstädt, um den neuen Pflichtmarsch, den „Radetzky-Marsch“, noch für die Bezirksmeisterschaft einzustudieren.

Am 6. Juni 1982 fährt der SZ der TSG Apolda zu den Bezirksmeisterschaften nach Mühlhausen.

24 Sportfreunde fahren mit. 21 nehmen am Wettkampf teil. Die Bemühungen der Spielleute von Apolda, in den Übungsstunden sowie im Trainingslager 1981 in Mühlhausen notengerechter und  sauberer zu spielen, wurden belohnt.
Mit 46,75 Pkt. Belegte der TSG SZ den 2. Platz.

Da der Zug mit dieser Punktzahl unter die 5 besten Spielmannszüge der LK III aller Bezirke (das sind 25 Spielmannszüge) kam, stieg das Kollektiv in die LK II auf.

An diesem Erfolg sind vor allem die Übungsleiter Klaus Klemm und Hans-Joachim Knoch bei den Flötern sowie Dietmar Georgie und Jürgen Klimitsch bei den Tambouren beteiligt.

Aufgrund der guten Wettkampfergebnisse werden 21 Spielleute des SZ der TSG Apolda für das Sportfest in Leipzig 1983 nominiert.

Im Jahr 1982 wurden 23 Einsätze durchgeführt.

Zum Schluss dieser Aufzeichnungen die zur Zeit bestehende Sektionsleitung des SZ der TSG:

Sektionsleiter                                       Harry Kowsky
Stellv.                                                  Hans-Joachim Knoch
Gerätewart                                          Hartwig Bastian
Kinder- und Jugendsport                     Klaus Klemm
Techn. Leiter                                       Rudolf Theile
Kassierer                                            Rudolf Bierögel

Repertoire des SZ 1982

Flötenmärsche:

- Groß Berlin                                                  - Goldene Trompeten
- Sturmlied                                                      - Castaldo
- Larida                                                          - Radetzky Marsch
- Jubelklänge                                                   - Regimentsgruß
- Gruß aus der Heide                                      - Trompetenecho
- Schwarze Amsel                                           - Rad'l

Hornmärsche:                                                  Fanfarenmärsche:

- „Frisch voran“                                              „Posthornklänge“
                                                                       „Ferbeliner Reitermarsch“

 

14. Aktive Spielleute des SZ der TSG-Apolda 1982

Lfd.      Name                          Vorname                      Mitgl.               Stellung
Nr.                                                                             seit

01        Kowsky                      Harry                           1956                Stabführer
02        Fröhlich                       Dorin                           1980                Lyra-Spielerin
03        Georgie                       Sylvia                          1971                Lyra-Spielerin
04        Elsner                          Alfred                          1955                gr. Trommel                       
      SAJ
05        Schönemann                Dieter                          1956                Becken
06        Bastian             Mario                          1979                Becken
07        Elsner                          Wolfgang                     1962                Tambour
08        Klimitsch                     Jürgen                          1971                Tambour
09        Fuchs                          Kurt                            1959                Tambour
10        Georgie                       Dietmar                       1969                Tambour
11        Theile                          Rudolf                         1969                Tambour
12        Hartl                            Steffen                         1978                Tambour
13        Rolle                            Torsten            1981                Tambour
14        Gadau                         Petra                           1981                Hornistin
15        Hayn                           Liane                           1980                Hornistin
16        Höhne                         Manuela                      1981                Hornistin
17        Eisenack                      Jens                             1979                Hornist
18        Heinemann                   Mario                          1979                Hornist
19        Arndt                           H.-Jürgen                    1974                Hornist
20        Knoch                         H.-Joachim                  1966                Hornist
21        Klemm             Klaus                           1956                Hornist
22        Bastian             Hartwig                       1956                Hornist
23        Bierögel                       Rudolf                         1955                Hornist                        TJA
24        Hofmann                      Erich                            1957                Hornist                            
25        Reinicke                      Michael                       1974                Hornist                                              


Tamboure, die im DTSB aktive Spielleute waren:

Lfd.      Name                          Vorname                      Mitgl. im SZ                 Bemerkung
Nr.

01        Bastian             Willy                            1955 – 1971               verstorben                   TJA
02        Bierögel                       Fritz                             1955 – 1977               Krankheit                    TJA
03        Hertrich                       Willi                             1956 – 1963               verzogen (BRD)           TJA
04        Ollick                          Hans                            1956 – 1957               Austritt
05        Poser                           Walter                         1956 – 1963               Krankheit
06        Rosenkranz                  Ernst                            1957 – 1967               Krankheit                    FTA
07        Müller                          Erich                            1957 – 1977               Krankheit                    VTA
08        Feist                            Dieter                          1957 – 1958               Austritt
09        Michelchen                  Heinz                           1958 – 1960               Austritt
10        Michelchen                  Werner                        1958 – 1960               Austritt
11        Bojarra                        Hubert                         1965 – 1976               Austritt
12        Berge                          Wolfgang                     1968 – 1969               Austritt
13        Fuchs                          Rolf                             1970 – 1975               Austritt
14        Kämmerer                   Andreas                       1976 – 1982               Austritt
15        Gutzeit                         Michael                       1970 – 1981               verzogen
16        Hüttenrauch                 Reiner                          1969 – 1975               Austritt

Hornisten, die im DTSB-SZ aktive Spielleute waren:

Lfd.      Name                          Vorname                      Mitgl. im SZ                 Bemerkung
Nr.
01        Adlung             Werner                        1956 – 1963               verstorben
02        Anhalt                          Kurt                            1956 – 1959               Austritt                 
03        Bastian             Kurt                            1955 – 1977               Krankheit
04        Lange                          Paul                             1955 – 1958                Austritt
05        Lange                          Gerhart                        1955 – 1958               Austritt
06        Schröder                     Helmut             1955 – 1966               Austritt
07        Kipka                          Otto                            1956 – 1971               Austritt         PT Sulzbach
08        Wilke                           Martin                         1957 – 1959               Austritt
09        Fricke                          Karl                             1957 – 1967               Austritt
10        Hasenbein                    Otto                            1956 – 1960               Krankheit                    TJA
11        Wirt                             Heinz                           1959 – 1964               Ausschluss
12        Große                          Willy                            1959 – 1982               Austritt
13        Reinicke                      Waldemar                    1964 – 1968               Austritt
14        Rössner                                                          1965 – 1966               verzogen
15        Klimitsch                     Volker                         1970 – 1980               verzogen
16        Böttcher                      Edmund                       1971 – 1981               Austritt
17        Köttig                          Gudrun            1971 – 1976               Austritt
18        Horn                            Viola                            1971 – 1975               verzogen
19        Vogel                           Andreas                       1974 – 1978               Austritt
20        Kowsky                      Jana                             1975 – 1977               Austritt
21        Eckardsberg                Ute                              1975 – 1977               Austritt
22        Körner                        Anette                          1975 – 1977               Austritt
23        Bojarra                        Klaus                           1970 – 1979               Austritt


Schlagzeuger, die im DTSB-SZ aktive Spielleute waren:

Lfd.      Name                          Vorname                      Mitglied im SZ Bemerkung
Nr.

01        Lauer                           Otto                            1956 – 1957               Krankheit

02        Abbe                           Karl                             1956 – 1963               Austritt

03        Burbach                       Erich                            1957 – 1960               Krankheit

04        Orzol                           Horst                           1959 – 1963               Austritt

05        Peisker                        Karl                             1959 – 1977               Krankheit

06        Enderlein                     Paul                             1961 – 1963               Krankheit

07        Hüttenrauch                 Paul                             1960 – 1962               Austritt

08        Facklam                      Gerd                            1969 – 1974               Austritt

09        Orzol                           Jürgen                          1969 – 1978               verzogen


Lyra-Spieler, die im DTSB aktive Spielleute waren:

01        Hopf                            Klaus                           1957 – 1958               verzogen

02        Pfennig             Günter                         1959 – 1974               berufsbedingt

03        Hüttenrauch                 Manfred                      1968 – 1970               Austritt

04        Georgie                       Ralf                             1971 – 1977               Austritt

05        Bierögel                       Petra                           1972 – 1982               Austritt